Ein Drittel aller Lebensmittel landen im Müll

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„Es kommt auf die inneren Werte an“ – Beim Bananentest schnitt die braune, reifere Frucht besser ab als die noch grünen Bananen.

Lüdenscheid - Jahr für Jahr landen elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von rund 25 Milliarden Euro im Müll. Michael Lücker, Viola Link und Bernhard Oberle von der Verbraucherzentrale NRW sprachen über das Thema Lebensmittelverschwendung mit den Abiturienten des Berufskolleg für Technik.

Zu Beginn des Präventionsseminars verteilten die Umweltberater eine kleine Tafel Schokolade für jeden. Jede dritte Tafel musste vorerst allerdings in den Restmüll. Denn ein Drittel aller Lebensmittel in Deutschland werden weggeschmissen. 

Doch wer trägt daran die Hauptschuld? Was kann man dagegen tun? Diese und weitere Fragen wurden an diesem Vormittag in der Abi-Klasse geklärt. Die Schüler tippten auf den Handel als Schuldigen. Sie vermuteten, dass dieser die meisten Lebensmittel entsorgt. Tatsächlich erzeugt der Handel aber nur fünf Prozent des gesamten Abfalls. 

„Wir Verbraucher verursachen 40 bis 50 Prozent und somit den Hauptanteil der Lebensmittelverschwendung“, erklärten die Mitarbeiter der Zentrale. Im Durchschnitt wirft jeder Bürger circa 80 Kilogramm Lebensmittel weg. Zwei Drittel davon seien laut Verbraucherzentrale „vermeidbarer Müll“. Der Abfall würde dreimal für alle Hungernden auf der ganzen Welt ausreichen. 

Barbara Dienstel-Kümper (links) testete abgelaufenen Joghurt.


Um bewusster mit Lebensmitteln umzugehen, empfiehlt Viola Link, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW: „Man sollte mit allen Sinnen einkaufen.“ Dazu gab es dann auch einen kleinen Versuch: Drei Schüler durften mit verbundenen Augen drei Bananen, die sich in verschiedenen Reifeprozessstadien befanden, probieren. Dann sollten sie diese im Geschmack bewerten. Die von außen schon braune Banane schnitt deutlich besser ab als die noch grüne Banane. Im Supermarkt würde aber keiner eine braune Banane kaufen, stellten die Abiturienten fest. „Auf die inneren Werte kommt es also an“, sagte Fabian Berger. 

Auch Barbara Dienstel-Kümper, Kreisdirektorin des Märkischen Kreises, besuchte die Veranstaltung und wurde sofort zum Versuchskaninchen. Sie probierte einen Joghurt, der laut Mindesthaltbarkeitsdatum eine Woche abgelaufen war. „Mir geht es wunderbar. Ich glaube nicht, dass ich morgen einen gelben Schein brauche“, sagte sie zum Abschluss. Dass Produkte nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht unbedingt weggeworfen werden müssen, wussten einige Schüler bereits.

Quelle: wa.de

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