Kunden könnte es schlimm treffen

Karstadt und Kaufhof kurz vor Weihnachten von Chaos bedroht - „Unverschämte Provokation“

Weitet sich der Streik von Kaufhof- und Karstadt-Beschäftigten aus?
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Weitet sich der Streik von Kaufhof- und Karstadt-Beschäftigten aus? 

Nach der Fusion zum Kaufhaus-Riesen Galeria Karstadt Kaufhof liegt das Ringen um einen neuen Tarifvertrag auf Eis. Für den Fall des endgültigen Scheiterns droht Verdi mit einer drastischen Maßnahme.

  • Ergebnislose Tarifverhandlungen zwischen Galeria Karstadt Kaufhof und Verdi.
  • Die Fronten sind verhärtet - Nach 19 Stunden gibt es keine Einigung.
  • Hält sich das Warenunternehmen nach der Fusion nicht an vereinbarte Zusagen?

Essen - Der Streikaufruf bei Galeria Karstadt Kaufhof könnte schon bald massiv ausgeweitet werden und Kunden drastisch treffen. Diese Drohung ist das Resultat nach angeblich 19-stündigen Verhandlungen zwischen dem fusionierten Warenhaus-Konzern und dem Gewerkschaftsbund Verdi. Wie die Arbeitnehmer-Vertretung bekanntgab, stehen die Gespräche vor dem Scheitern. Obendrauf gibt es eine drastische Schuldzuweisung an den Verhandlungspartner:

Die Arbeitgeberseite habe „zentrale, bereits mündlich vereinbarte Punkte wieder zur Disposition gestellt“, urteilt Verdi und spricht von einer „unverschämten Provokation, die fast zum vollständigen Scheitern der Tarifverhandlungen geführt hat.“ Als Reaktion auf das vermeintlich kompromisslose Verhalten der Geschäftsleitung von Galeria Karstadt Kaufhof sollen umgehend „Arbeitskampfmaßnahmen“ in einem wesentlich größeren Umfang als bisher durchgeführt werden. Bereits in der vergangenen Woche wurde bei Kaufhof gestreikt.

Streik bei Galeria Karstadt Kaufhof: Verdi droht mit Ausweitung

Wie Verdi mitteilt, habe man es gezielt auf das „bisher umsatzstarke Weihnachtsgeschäft“ abgesehen. Dass man sich an bereits vereinbarte Punkte nicht hält, sieht der Konzern hingegen anders: Wie ein Sprecher verdeutlicht, sei eine „einvernehmliche Ausformulierung der Tariflösung“ nach dem „Verhandlungsmarathon“ nicht möglich gewesen. Die letzte Möglichkeit für eine Einigung bestehe nun auf einem weiteren Gesprächstermin, der für diese Woche Mittwoch oder Donnerstag geplant ist.

Auch Verdi setzt seine Hoffnungen in diese Zusammenkunft, erhöht gleichfalls im Vorfeld den Druck auf Galeria Karstadt Kaufhof: „Das ist die letzte Chance, um zu einer tarifvertraglichen Lösung für die Zukunft der Beschäftigten und alle Warenhaus-Standorte inklusive Karstadt Sports und Karstadt Feinkost zu kommen“, sagte Orhan Akman, der die Verhandlungen für Verdi leitet.

Galeria Karstadt Kaufhof: Elefantenhochzeit im Jahr 2018

Schon seit geraumer Zeit verhandeln Galeria Karstadt Kaufhof und Verdi über einen entsprechenden Sanierungsvertrag, nachdem sich bereits im Jahr 2018 die Kaufhaus-Anbieter Kaufhof und Karstadt zu einem Warenhausriesen zusammenschließen. Worum es Verdi geht: Bei einer Verschmelzung ohne neu verhandelten Tarifvertrag müssten Beschäftigte angeblich eine auf elf Prozent geschätzte Lohnsenkung hinnehmen.

Mit Jahresbeginn 2020 geht Galeria Karstadt Kaufhofden nächsten radikalen Schritt und bringt damit die Kunden gegen sich auf.

Auch bei Amazon-Kunden sorgt eine Nachricht vor Weihnachten für Unsicherheit: Dort ruft die Gewerkschaft Verdi ebenfalls zum Streik auf. Kann der Versandriese die fehlenden Kapazitäten auffangen?

In Frankreich wird gegen die Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron protestiert - die Streiks führen zu Weihnachten zu massiven Zugausfällen, was auch Auswirkungen auf den deutschen Bahnverkehr hat.

62 der insgesamt 172 Karstadt-Kaufhaus-Filialen müssen schließen. Hier finden Sie einen Überblick über alle betroffenen Filialen. 

PF mit dpa

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