Tarifverdienste stärker gestiegen als Inflation

Arbeitnehmer mit Plus auf dem Lohnzettel

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Symbolfoto

Wiesbaden - Viele Beschäftigte in Deutschland können sich über ein Plus auf dem Gehaltszettel freuen. Wegen der niedrigen Inflation dürften sie auch wirklich mehr im Portemonnaie haben. Das kann der Konjunktur helfen.

Die Tarifbeschäftigten in Deutschland haben mehr auf dem Gehaltszettel. Im zweiten Quartal 2014 stiegen die monatlichen Tarifverdienste gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 2,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Ein stärkeres Plus hatte es zuletzt in den ersten drei Monaten 2013 mit 3 Prozent gegeben. Enthalten sind auch tariflich vereinbarte Sonder- und Einmalzahlungen. Die Verbraucherpreise legten im zweiten Quartal lediglich um 1,1 Prozent zu. Somit dürfte von den Tariferhöhungen auch unter dem Strich etwas übrig bleiben.

Die Einkommensentwicklung und die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt hatten über Monate hinweg die Konsumstimmung der Verbraucher beflügelt. Impulse für die zuletzt schwächelnde deutsche Konjunktur kamen vor allem vom Konsum. Im August hatte sich die Stimmung der Verbraucher wegen der internationalen Krisen zwar deutlich eingetrübt. Die Einkommenserwartungen sanken aber nur moderat.

„Offenbar sorgen die anhaltend stabilen inländischen Rahmenbedingungen, wie stabile Beschäftigung, gute Einkommensentwicklung und geringe Inflation, dafür, dass sich der stark geschwundene Konjunkturoptimismus nur begrenzt auf die Einkommensaussichten auswirkt“, analysierte die GfK die am Mittwoch veröffentlichten Ergebnisse der monatlichen Umfrage.

Das stärkste Plus gab es im zweiten Quartal nach Angaben der Statistiker mit 4,4 Prozent für Beschäftigte im Handel nach dem Tarifabschluss im Einzelhandel zum Jahresanfang. Den geringsten Zuwachs verzeichnete das Gastgewerbe mit 1,5 Prozent. Beschäftige im Baugewerbe hatten 2,4 Prozent mehr auf dem Gehaltszettel, in der Industrie waren es 3,9 Prozent mehr.

Mit diesem "Warenkorb" wird die Inflationsrate berechnet

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Vergleichsweise niedrig war der Anstieg im öffentlichen Dienst sowie im Gesundheits- und Sozialwesen mit je 1,7 Prozent. Bund und Gemeinden hatten sich zwar im April 2014 auf eine Tariferhöhung um 3 Prozent, mindestens 90 Euro monatlich ab 1. März 2014 geeinigt. Das Plus wird aber erst im August ausbezahlt. Der Tarifindex erfasst die Erhöhungen bei Auszahlung an die Beschäftigten.

dpa

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