EU-Kommission

Steuer: Für Konzerne wird das Tricksen schwerer

Brüssel - Nach der Entrüstung über die Steuertricks des US-Konzerns Apple will die EU-Kommission Unternehmen dazu zwingen, ihre Steuerzahlungen in einzelnen EU-Ländern offen zu legen.

Das kündigte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier am Donnerstag in einer Rede auf einer Konferenz in Amsterdam an. Vom nächsten Jahr an gelten für Banken bereits strengere Regeln. Die Geldhäuser in der EU müssen dann für jedes Land, in dem sie aktiv sind, ihre Gewinne, die gezahlten Steuern und staatliche Fördergelder offenlegen. „Wir werden diese Pflicht auf große Konzerne und Unternehmensgruppen ausdehnen“, sagte Barnier. Der EU-Kommissar ist für Gesetzesvorschläge in diesem Bereich zuständig.

Nach Angaben von Barniers Sprecherin sollen diese Vorgaben in eine bereits vorliegende EU-Gesetzesinitiative integriert werden. Diese schreibt Firmen vor, über ihre Aktivitäten im Umwelt- und Sozialbereich Rechenschaft abzulegen. Derzeit beraten EU-Parlament und Staaten darüber. Bis der Vorschlag Gesetz wird, dürfte es noch ein bis zwei Jahre dauern.

Der US-Konzern Apple hatte jüngst mit seiner Steuerstrategie für Entrüstung gesorgt. US-Politiker werfen Apple vor, über irische Tochterfirmen höheren Abgaben in den USA zu entgehen. Irland ist für seine niedrigen Steuersätze bekannt.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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