Spielwarenbranche bereit für Weihnachtsansturm

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Die Spielwarenbrache scheint für den großen Weihnachtsansturm gerüstet zu sein.

Stuttgart - Mit Beginn des Advents geht auch der Run auf die Spielzeugläden so richtig los. Dieses Jahr werde es aber keine Engpässe geben, versprechen die Händler. Der Wettbewerb jedoch ist hart.

Nicht nur die Kinder fiebern jetzt dem Weihnachtsfest entgegen, auch für die Spielwarenbranche ist der Advent die aufregendste Zeit des Jahres: Rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes macht der Handel in den letzten Wochen vor Heilig Abend - und in der Zeit direkt danach. Denn viele Kinder bekommen inzwischen Geldgeschenke statt liebevoll verpackter Präsente und gehen dann nach dem Fest selbst shoppen.

Nach derzeitigem Stand werden sie diesmal nicht vor teils leeren Regalen stehen. Nach den schlechten Erfahrungen im Vorjahr, als schon Wochen vor Weihnachten besonders begehrte Artikel ausverkauft waren, haben die Händler in diesem Jahr vorgesorgt und kräftig geordert. Besonders Sportartikel, Action- und Multimediaspiele sowie Sammelartikel stehen neben den Klassikern wie Playmobil und Lego hoch im Kurs.

Gift im Spielzeug: Diese Produkte sind gefährlich

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Nur zehn Prozent aller Spielsachen, die heute in den Läden sind, gab es auch vor zehn Jahren schon zu kaufen. Die Branche ist unheimlich schnelllebig: Mehr als die Hälfte aller Produkte hält sich keine zwei Jahre auf dem Markt.

Auch über die reine Ware hinaus ändert sich die Branche rasant: Noch vor wenigen Jahren galten Hersteller, die nicht den Sprung nach China wagten, als dem Untergang geweiht. Inzwischen kehrt sich der Trend um, und Unternehmen wie der fränkische “Bobby Car“-Hersteller Simba Dickie kehren nach Europa zurück. Aktuell werden etwa 60 Prozent der in Deutschland verkauften Spielwaren in China produziert - noch vor kurzem waren es weit über 70 Prozent.

Grund ist vor allem der steigende Kostendruck in dem einstigen Billiglohnland. “Der chinesische Arbeiter ist anspruchsvoller geworden, und er kann es sich auch leisten“, berichtet der stellvertretende Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwaren-Industrie, Ulrich Brobeil.

Da darüber hinaus auch noch die Kosten für Rohstoffe, Energie und Qualitätskontrollen nach oben gingen, gab es bereits in diesem Jahr moderate Preiserhöhungen. Über Weihnachten bleiben die Preise nach Branchenangaben nun stabil, doch im nächsten Jahr soll Spielzeug - je nach Marke - erneut im einstelligen Prozentbereich teurer werden.

“Lieber ein manchmal etwas teureres Markenprodukt gekauft als drei aus der Krabbelkiste, wo man nicht weiß, wo sie herkommen“, kommentiert Willy Fischel die Entwicklung. Der Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) weiß, wie wichtig Sicherheit gerade bei Spielzeugen ist und welche desaströsen Folgen ein Rückruf haben kann. Umso erleichterter ist er, dass es 2011 keine einzige größere Panne gegeben hat.

Noch vor wenigen Jahren war das anders. Damals brachten Skandale um Blei in Lackierungen sowie andere gefährdende Stoffe in Spielzeugen die Branche in Verruf. Doch seitdem ist viel passiert. Industrie und Handel führen verstärkt Tests durch, seit Juli gilt in der EU die verschärfte Spielzeugrichtlinie, und auch die Chinesen selbst haben ihre Exportlizenzen limitiert und die Sicherheitsanforderungen erhöht.

Rund 11 000 Menschen arbeiten in Deutschland in der Spielwarenbranche, der Umsatz soll in diesem Jahr um mindestens drei Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu Einzelhandelspreisen steigen. Dennoch ist bei den Händlern nicht alles eitel Sonnenschein: “Der Wettbewerb ist so heftig, dass die Preise nicht mehr ertragreich sind“, sagt BVS-Vorsitzender Wieland Sulzer. Bei einem Einkaufspreis von 1,- Euro könne der Händler bestenfalls noch 1,50 Euro einnehmen - inklusive Mehrwertsteuer. Von dieser schmalen Marge müsse er dann noch Personalkosten, Strom und Miete bezahlen.

dpa

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