Corona-Krise

SPD-Kritik an H&M für Freiwilligenprogramm bei Stellenabbau

H&M
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H&M-Geschäft in der Innenstadt von Hamburg. Foto: Axel Heimken/dpa

Moderiese Hennes & Mauritz hat im abgelaufenen Corona-Jahr 2020 deutlich weniger Geld eingenommen. Das fehlende Geld soll durch Stellenstreichungen kompensiert werden. In Deutschland sollen rund 800 Arbeitsplätze wegfallen.

Hamburg (dpa) - SPD-Fraktionsvize Katja Mast hat den schwedischen Modehändler H&M scharf für sein Freiwilligenprogramm zum geplanten Stellenabbau in Deutschland kritisiert. H&M steht in der Kritik, vor allem jungen Eltern das Ausscheiden aus dem Unternehmen nahezulegen.

Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Sich «nur nach Außen familienfreundlich zu geben, im Inneren aber Mütter und Eltern mit Kindern aus dem Unternehmen zu drängen, passt nicht zusammen», sagte Mast am Samstag. «Ich habe in den letzten Tagen Gespräche geführt - aus unterschiedlichen Quellen wurden mir die Kündigungspläne bestätigt. Die gewählten Kriterien für das sogenannte "Freiwilligenprogramm" sind eindeutig», kritisierte Mast. Zuvor hatte der «Spiegel» darüber berichtet.

H&M hatte am Dienstag angekündigt, in Deutschland rund 800 Stellen zu streichen, etwa fünf Prozent aller Beschäftigten des Unternehmens in der Bundesrepublik.

Die Vorwürfe, dabei vor allem junge Eltern im Blick zu haben, dementierte H&M ebenfalls bereits am Dienstag: «Das Freiwilligenprogramm bei H&M Deutschland richtet sich nicht vorrangig an Mütter und Väter», hieß es in einer Stellungnahme. «Es richtet sich an alle Kolleg*innen aus unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen, die sich konkret für dieses Programm entscheiden können.» Man gehe «ganz klar nach geltenden rechtlichen Bestimmungen vor».

In einer Betriebsvereinbarung des Unternehmens zum Stellenabbau, die dpa vorliegt, heißt es in der Präambel: «Dazu soll insbesondere denjenigen Mitarbeitern, die nur bzw. vorwiegend zu Zeiten eingesetzt werden können, in denen ein spezifischer Arbeitskräfteüberhang besteht, die Möglichkeit gegeben werden, freiwillig unter Zahlung einer Abfindung aus den Diensten der Arbeitgeberin auszuscheiden.» Darüber hatten zuvor der «Business Insider» und der «Spiegel» berichtet.

Mast hatte der Unternehmensführung nach eigenen Angaben ein Gesprächsangebot gemacht. «Was es gab, war ein leichtes Vortasten. Und am Freitag ein Standardantwort via Twitter», sagte Mast.

© dpa-infocom, dpa:210130-99-236617/2

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