Revolution deutet sich an

Sparkassen brechen mit alter Tradition: Banken unter Druck - sonst hauen die Kunden ab

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Die Sparkassen müssen mit der Zeit gehen.

Bei der Sparkasse bahnt sich eine Revolution an. Der Grund ist die große Konkurrenz auf dem Markt der Banken.

Update vom 25. April 2019: Die Sparkassen sind die größten Banken Deutschlands, stehen aber gewaltig unter Druck. Denn Onlinebanken wie ING, Comdirect und N26 werden zu immer größeren Konkurrenten. Sie ziehen vor allem junge Kunden an, die das traditionelle Geschäftsmodell der Sparkasse oft nicht mehr nutzen.

Walter Strohmaier, Bundesobmann der deutschen Sparkassen und damit auch von 35 Millionen Kunden, schlägt vor, dass die rund 400 Sparkassen auch eine Direktbank bekommen sollen. Dem „Handelsblatt“ sagt er: „Eine Onlinebank mag der Idee der Sparkassen von vor 200 Jahren widersprechen, aber die Welt hat sich verändert.“

Offenbar stimmen viele aus dem Sparkassenlager Strohmaier zu: „Man muss darüber nachdenken. Wir erreichen eine bestimmte Kundenklientel mit unserem traditionellen Geschäftsmodell nicht“, bekennt ein Sparkassenfunktionär. „Wir müssen irgendwann etwas gegen die ING stellen“, meint ein anderer Manager, laut Handelsblatt.

Auch eine Basis gebe es für den Plan bereits: Die DKB, eine Tochter der Bayerischen Landesbank (BayernLB), könnte die gemeinsame Onlinebank werden, wie Strohmaier weiter erklärt. Alles sei jedoch noch ganz am Anfang.

Offensichtlich ist aber auch der Nachteil: Eine bundesweit aktive Onlinebank widerspräche dem Regionalprinzip der Sparkassen, nach dem jedes Kreditinstitut nur in seinem jeweils klar abgesteckten lokalen Geschäftsgebiet tätig ist. Zudem würde sie nicht nur den bestehenden Onlinebanken, sondern auch den Sparkassen selbst Konkurrenz machen.

Erstmeldung vom August 2018: Sparkasse ändert Bedienung der Geldautomaten

München - Erste Kunden der Sparkasse dürften sich bereits verwundert die Augen gerieben haben. Beim Geldabheben an den Automaten des Unternehmens gibt es eine gravierende Änderung. t-online.de  berichtet über das folgenreiche Software-Update.

Geldabheben bei der Sparkasse vorher und nachher

Bislang war es so, dass Kunden gebeten wurden, ihre vierstellige PIN einzugeben, nachdem sie ihre Karte in den Geldautomaten eingeführt hatten. Im Anschluss war der gewünschte Auszahlungsbetrag zu wählen, den die Maschine im Idealfall auch freigab. Damit ist nun Schluss.

Von nun an muss bereits vor Eingabe der Geheimzahl festgelegt werden, welche Summe abgehoben werden soll. Erst dann wird der Sparkassen-Kunde gebeten, den Vorgang mit seiner PIN zu bestätigen.

Sparkasse begründet Änderung an Geldautomaten

Ein Unternehmenssprecher begründete die weitreichende Änderung mit sicherheitstechnischen Erwägungen. Der bisherige Ablauf habe den Automaten bereits sehr früh „freigegeben“. Ein Krimineller, der die Eingabe der PIN beobachtet hat, habe die Möglichkeit gehabt, einen beliebig hohen Betrag einzugeben - nachdem er sich durch körperliche Gewalt oder Ablenkungsmanöver Zugang verschafft hat. Das neue Prozedere solle dies verhindern.

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Sorgt die Sparkasse so für mehr Sicherheit?

Ein zum Diebstahl entschlossener Delinquent dürfte sich zwar kaum durch eine veränderte Reihenfolge von seiner Tat abhalten lassen. Aber die Beute bei einem Überfall während des Abhebevorgangs ist geringer, wenn der Kunde zuvor den Betrag ausgewählt hat.

In der deutschen Bankenlandschaft ist die Sparkasse mit ihrer Herangehensweise nicht alleine. Andere Institute greifen seit mehreren Jahren auf das neue Prozedere zurück. Die Commerzbank etwa führte den Ablauf bereits vor 2012 ein.

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Brigitta Baumann geht in Haar spazieren, als sie zusammenbricht. Herzinfarkt. Dass sie überlebt hat, verdankt sie ihrer Nachbarin Caroline Schmidt. Und einem Beatles-Song.

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Die Postbank hat sich unterdessen zu einem Schritt entschieden, der weitreichende Folgen haben könnte. Die Bank hat angekündigt, die Gebühren für die Kunden erhöhen zu wollen. Ein Experte befürchtet nun, dass auch andere Banken diesen Schritt einschlagen können.

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