Siemens-Chef: Industrie 4.0 Schicksalsfrage der Industrie

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Für Joe Kaeser ist "Industrie 4.0" die Schicksalsfrage der deutschen Industrie. Foto: Sven Hoppe

Hannover (dpa) - Kurz vor dem Start der Hannover Messe hat Siemens- Chef Joe Kaeser die Bedeutung der zunehmenden Digitalisierung für den Industriestandort Deutschland hervorgehoben.

"Industrie 4.0 ist die Schicksalsfrage der deutschen Industrie, die sie aber global beantworten muss", sagte Kaeser der "Bild am Sonntag". Es gehe darum, die technologische Führerschaft und Vordenkerrolle in der industriellen Produktion zu verteidigen. "Industrie 4.0 ist eine Revolution, die die 2020er-Jahre bestimmen wird. Sie wird ganze Geschäftsmodelle und die Industrie weltweit verändern."

Smarte Anlagen und intelligente Maschinenparks gelten als die vierte industrielle Revolution nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automation ("Industrie 4.0"). Das Thema ist ein großer Schwerpunkt der Hannover Messe.

Die weltgrößte Industrieschau wird am Sonntagabend von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem indischen Premierminister Narendra Modi eröffnet. Indien ist diesmal das Partnerland der Messe mit gut 6500 Ausstellern aus rund 70 Ländern.

Auch BDI-Chef Ulrich Grillo sieht die Vernetzung und Digitalisierung von Fabriken als wichtigen Wachstumstreiber. In diesem Jahr sieht der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) die deutsche Wirtschaft auf einem guten Kurs. "Wir erwarten in diesem Jahr einen Zuwachs des Bruttoinlandproduktes von rund zwei Prozent", sagte Grillo dem "Handelsblatt". Der niedrige Ölpreis, der günstige Wechselkurs und der starke private Konsum treiben laut Grillo die Konjunktur an. Mit Sorge sieht der Verband aber auf die wirtschaftliche Entwicklung in Russland oder Brasilien. 2014 war die deutsche Wirtschaftsleistung (BIP) um 1,6 Prozent gestiegen.

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