Bsirske droht mit Arbeitskampf

Harsche Töne vor neuer Tarifrunde bei der Post

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Die Tarifverhandlungen der Deutsche Post gehen weiter.

Berlin - Die Kontrahenten im Post-Tarifstreit haben aber schon vor dem Start der Gespräche am Montag Wortgefechte über die Medien ausgetragen. Schlechte Vorzeichen für eine Einigung?

Die Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi haben nach wochenlangen Warnstreiks ihre Tarifverhandlungen wieder aufgenommen. In Berlin läuft seit Montagvormittag die sechste Runde in dem festgefahrenen Tarifkonflikt.

Die Gespräche wurden für zwei Tage angesetzt. Kurz vor ihrem Beginn äußerten Verdi-Chef Frank Bsirske und Post-Chef Frank Appel in Interviews harsche Kritik an der jeweiligen Gegenseite: „Wenn der Post-Vorstand seinen Kurs so weiterfährt, laufen wir auf eine massive Konfrontation zu“, sagte Bsirske der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ - und drohte mit einem regulären Arbeitskampf. Appel kritisierte hingegen, Verdi setze Mitarbeiter unter Druck, damit sie sich an den Warnstreiks beteiligen. „Die Beschäftigten werden gemobbt, es wird Angst geschürt, damit sie sich hinter der Gewerkschaft versammeln“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Am Samstag traten bundesweit rund 5000 Kollegen in den Warnstreik.

Verdi fordert für die rund 140 000 Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Geld sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um 2,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Scheitern die Verhandlungen, sind unbefristete Streiks nicht mehr ausgeschlossen.

Hintergrund des Tarifkonflikts ist der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Dort arbeiten heute nach Angaben der Post bereits mehr als 6000 Menschen. Bezahlt werden sie nicht nach dem Haustarif des Unternehmens, sondern nach dem in der Regel niedrigeren Tarif des Speditions- und Logistikgewerbes. Verdi sieht in dem Schritt einen Bruch bestehender Vereinbarungen mit dem Unternehmen über die Fremdvergabe.

dpa

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