Nach gravierendem Rückgang im Frühjahr

Trotz Coronavirus: Lufthansa will ab Flughafen München wieder durchstarten - auch in weite Ferne

Trotz Coronavirus will die Lufthansa ihre Flüge ab Flughafen München wieder aufstocken. Ab Mitte Juni soll es wieder 300 Flüge pro Woche geben – auch in weite Ferne.


München – Auf politischer Ebene stocken die Verhandlungen über eine Milliardenhilfe für die Lufthansa – doch beim Flugplan gibt es Fortschritte. Am kommenden Dienstag, 2. Juni, wird erstmals seit der Corona-Unterbrechung wieder ein Lufthansa-Jet Richtung USA abheben: Lufthansa Flug LH 434 ist um 12.30 Uhr nach Chicago eingeplant. Einen Tag später soll ein Airbus nach Los Angeles starten, ab Mitte Juni dann Maschinen nach San Francisco, Montreal, Delhi und Seoul. Alle Flugverbindungen soll es künftig drei Mal wöchentlich geben. 

Lesen Sie dazu: Nach dem Abflachen der Corona-Pandemie steht der Flughafen München nun vor dem Neustart. Doch trotz Beginn der Pfingstferien herrscht nach wie vor gähnende Leere.

Flughafen München: Lufthansa nimmt den Linienverkehr wieder auf - etwa 320 „Roundtrips“ geplant

Wir nehmen den Linienverkehr wieder auf“, sagt die Münchner Lufthansa-Sprecherin Bettina Rittberger.Gestern hat die Lufthansa den Juni-Flugplan bekannt gegeben. Er enthält ein deutliches Plus an Flügen gegenüber dem Fast-Stillstand in den Corona*-Monaten seit März. Insgesamt soll die Zahl der sogenannten Roundtrips (gezählt werden Hin- und Rückflug als eine Einheit) deutlich steigen. Etwa 320 Roundtrips sollen es Mitte Juni ab/nach München sein. Das ist eine Verdreifachung des Flugangebots gegenüber dem Mai, wie die Lufthansa betont. 

Freilich ist die Anzahl gegenüber der Vor-Corona-Zeit noch deutlich reduziert: Normalerweise wäre in den Pfingstferien im Juni Hauptreisezeit, die Lufthansa hatte ursprünglich fast 2500 Roundtrips geplant. Da ist die jetzt avisierte Zahl nur ein Achtel der früheren Anzahl. Doch bei der Lufthansa ist man froh, dass es überhaupt wieder losgeht. 34 zusätzliche Ziele in Europa soll es im Juni ab München geben, darunter nach Aufhebung der Reisewarnung für 31 europäische Staaten ab Mitte Juni fast alle europäischen Metropolen, etwa Barcelona (täglich), Athen, Rom, Mailand und Lissabon (mehrmals in der Woche) sowie Nizza (vier Flüge wöchentlich) und Porto (drei). 

Auch interessant: Weitere Informationen zum geplanten Rettungspaket für die Lufthansa erhalten Sie im nachfolgenden Video.

Flughafen München: Noch sind viele Lufthansa-Beschäftigte in Kurzarbeit - Flughafen weit entfernt von Normalbetrieb

„Sie werden nicht so häufig wie früher angeflogen, aber wir sind froh, dass sie überhaupt wieder angeflogen werden“, sagt Rittberger dazu. Noch sind viele Beschäftigte in Kurzarbeit. Dass der Flughafen noch weit entfernt vom Normalbetrieb ist, verdeutlichen auch weitere Zahlen: In der dritten Maiwoche beispielsweise gab es am gesamten Flughafen München nur 520 Flüge – gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um fast 94 Prozent. Insgesamt verzeichnet der Flughafen in diesem Jahr bisher gut 82 000 Flüge – nur halb so viele wie im Vorjahreszeitraum.

Der Rückgang wird in den nächsten Wochen nicht mehr so deutlich sein, denn auch Eurowings und andere europäische Fluglinien wollen ab München wieder starten. Die Lufthansa wird auf den meisten Verbindungen zunächst aber kleinere Maschinen einsetzen als früher. Beispiel: die Interkontinentalflüge. Statt mit der A 380 wird mit der A 350 geflogen. „Es ist das wirtschaftlichste und umweltfreundlichste Flugzeug, das wir haben“, sagt die Lufthansa-Sprecherin. Aber wer fliegt im Moment überhaupt in die USA? Vor allem Geschäftskunden und US-Amerikaner, sagt die Lufthansa. Touristen dürften die Ausnahme sein.

Übrigens: Auch der Besucherpark am Flughafen München öffnet ab 30. Mai wieder seine Pforten. Darauf hat der Flughafen unter anderem über seinen Twitter-Account hingewiesen.

Ein Lufthansa-Flug brachte rund 200 Menschen von Frankfurt nach China. Nach der Ankunft wurde bekannt: Unter den deutschen Passagieren gibt es einen Corona-Fall.

In der Belegschaft von Lufthansa kursiert die Angst, dass die Aktionäre das Rettungspaket mit Staatsbeteiligung ablehnen könnten - am Münchner Flughafen demonstrierten sie deswegen.

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Rubriklistenbild: © AFP / CHRISTOF STACHE

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