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Embargo auf russische Kohle jetzt in Kraft – Suche nach Alternativen läuft

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Von: Patricia Huber

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Das Kohle-Embargo gegen Russland ist jetzt in Kraft getreten. Doch der Verzicht wird besonders für eines unserer Nachbarländer zum Problem.

Brüssel – Die EU-Staaten dürfen ab sofort keine Kohle mehr aus Russland importieren. Um Mitternacht von Mittwoch auf Donnerstag endete die Übergangsperiode für das Kohle-Embargo gegen Russland, das die EU-Staaten als Teil des fünften Sanktionspakets im April beschlossen hatten. Damit sich die Industrie auf das Einfuhrverbot einstellen konnte, hatten sich die Länder damals auf eine Übergangsfrist von 120 Tagen geeinigt.

Kohle-Embargo: Die Suche nach neuen Lieferanten

Diese Frist ist nun vorbei. Doch wie geht es jetzt weiter? Kann Deutschland einfach so komplett auf russische Kohle verzichten? Dabei zeichnet sich nämlich ein Problem ab: Die Nachfrage nach Kohle ist gestiegen. Denn aufgrund eines drohenden Strommangels hat die Bundesregierung beschlossen, alte Kohlekraftwerke vorübergehend wieder ans Netz zu nehmen. Auch andere Länder wie Österreich und Italien wollen wieder verstärkt Kohle einsetzen. In Deutschland stieg laut der Analysefirma Rystad Energy der aus Kohle erzeugte Strom in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 20 Prozent.

Daher sind die Europäer nun gezwungen, sich nach neuen Kohle-Lieferanten umzusehen. Hier bieten sich etwa die USA, Australien und Indonesien an. Deutschland bezieht laut Wirtschaftsministerium jetzt mehr des fossilen Brennstoffs aus Südafrika und Kolumbien.

Kohle-Embargo besonders für Polen problematisch

Doch für einige Länder könnte es dennoch problematisch werden – besonders für unseren Nachbarn Polen. Das Land ist bei der Energieproduktion bis heute hochgradig abhängig von der Kohle. Es fördert den Rohstoff zwar auch selbst, die Importe kamen bislang aber größtenteils aus Russland.

Warschau hatte bereits Mitte April ein eigenes Importverbot für russische Kohle verhängt, woraufhin es zu Engpässen und massiven Preissteigerungen kam. Eine Tonne Kohle kostet heute vier Mal so viel wie vor einem Jahr. Mittlerweile wurden die Preise gedeckelt und die Einkäufe für Privatverbraucher rationiert.

Die polnische Regierung beteuerte, sie werde Lieferungen aus anderen Ländern sicherstellen. Die begrenzten Kapazitäten der Häfen, Eisenbahnen und Wasserwege erschweren dies jedoch, und die Sorge um die Versorgung im Winter steigt. Eine einmalige Beihilfe für mit Kohle heizende Haushalte ist geplant. (ph/dpa/AFP)

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