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Amazon-Chef Jeff Bezos lässt historische Brücke abbauen - weil seine Jacht zu groß ist

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Von: Patricia Huber

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Jeff Bezos, Chef von Amazon
Um seine neue Jacht aus der Werft zu befördern, macht Amazon-Chef Jeff Bezos auch vor historischen Bauwerken keinen Halt. © Andrej Sokolow/dpa

Mit Geld lässt sich anscheinend alles kaufen - das hat nun Mega-Milliardär Jeff Bezos bewiesen. Er hat veranlasst, dass eine denkmalgeschützte Brücke in den Niederlanden kurzerhand abgebaut wird.

Rotterdam - Die Koningshaven-Brücke im niederländischen Rotterdam hat zwar ihren ursprünglichen Zweck verloren, gilt mittlerweile aber als Industriedenkmal. Seit 1878 stehen die Hauptpfeiler bereits und nach deutschen Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie im Jahr 1940 wieder aufgebaut. Der Mittelteil der Brücke kann rund 40 Meter nach oben gefahren werden, sodass Schiffe passieren können. Doch das reicht nicht, wenn Amazon-Gründer und Supermilliardär Jeff Bezos* mit seiner Jacht angeschippert kommt. Daher soll die Brücke vorübergehend abgebaut werden.

Jeff Bezos: 430 Millionen Euro teure Jacht passt nicht durch Rotterdamer Brücke

Der 57-Jährige hatte eine Werft im niederländischen Alblasserdam mit dem Bau des 430 Millionen Euro teuren Dreimasters beauftragt. Die gigantische Segeljacht passt jedoch nicht unter der Rotterdamer Koningshaven-Brücke durch.

Die Werft Oceanco hat nun bei der Rotterdamer Stadtverwaltung beantragt, den mittleren Teil der stahl verkleideten Brücke zu entfernen, um Bezos Jacht ausliefern zu können. Bei einigen Niederländern stößt das Vorhaben jedoch auf Verärgerung, da die Stadtverwaltung nach einer umfassenden Renovierung im Jahr 2017 versprochen hatte, dass die Brücke nie abgebaut würde. Wie der Spiegel berichtet, protestieren einige Rotterdamer bereits gegen den vorübergehenden Abbau. Schließlich stehe die Brücke unter Denkmalschutz.

Die Koningshaven-Brücke in Rotterdam
Die Rotterdamer haben der Koningshaven-Brücke den Spitznamen „De Hef“ gegeben © ANP/Imago Images

Rotterdam: Stadt hat Antrag von Amazon-Chef bereits zugestimmt

„Es ist der einzige Weg zum Meer*“, sagte ein Sprecher des Bürgermeisters von Rotterdam der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Der US-Milliardär habe zugesichert, die Kosten zu tragen. Nach Informationen des Lokalsenders Rijnmond soll die Stadt dem Vorhaben bereits zugestimmt haben.

Die Stadtverwaltung versprach, die Brücke in ihrer jetzigen Form wieder aufzubauen. Sie verwies zudem auf den wirtschaftlichen Nutzen und die Arbeitsplätze, die durch den Bau des Dreimasters geschaffen wurden. (AFP/ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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