Immobilie mieten oder kaufen: Was ist die bessere Option?

Sesshaft werden und eine Familie gründen. Wer diesen Vorsatz fürs neue Jahr gefasst hat, der gehört – rein emotional betrachtet – in die Kategorie der Menschen, für die der Kauf einer Immobilie möglich wäre, wenn dies finanzierbar ist.

Wer indes jung und ungebunden ist und nach ständig neuen Herausforderungen ohne regionalen Fokus sucht, für den ist ein Mietobjekt sinnvoller – oder ein Eigenheim als Kapitalanlage. Wem Experten zum Kauf und wem zur Miete einer Immobilie raten, soll nun Thema dieses Beitrags sein.

Im Grunde genommen gibt es drei Möglichkeiten, sich der Entscheidung zu nähern, ob Wohnraum gemietet oder eine Immobilie gekauft werden soll, und diese sind:

  1. Der finanzielle Ansatz: Rechnet es sich überhaupt, eine Immobilie zu kaufen oder ist es in Anbetracht des finanziellen Spielraums nicht sinnvoller, ein Haus oder eine Wohnung zu mieten? Beim Rechnen helfen Tools wie dieses hier, in das einfach und schnell die individuellen Werte getippt werden können, anhand derer dann angezeigt wird, ob der Kauf oder die Miete besser zur Finanzlage passt.
  2. Der emotionale Ansatz: Wie bereits eingangs erwähnt, kann es sowohl eine grundsätzliche Typsache sein, sich nicht etwa an einen Ort binden zu wollen, oder einfach aktuell nicht in die Lebensplanung passen, sesshaft zu werden.
  3. Der empirische Ansatz: Ein Blick in die Statistik zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Vermögen und Immobilienbesitz gibt, was bedeutet, dass Eigentümer über mehr Nettovermögen verfügen als Mieter. Und der Grund ist durchaus spannend, denn Eigentümer seien der Studie zur Folge, auf die sich der Spiegel bezieht, sparsamer als Mieter. Sie tilgen nämlich nicht nur ihren Kredit, sondern legen auch etwas zurück, um die Anschaffung instand halten zu können.


Vor- und Nachteile von Mieten und Kaufen

Eine klare Aussage darüber, was denn nun die „bessere“ Variante ist, kann es also per se nicht geben, wohl aber eine Übersicht über die Vor- und Nachteile, wie die folgende Tabelle zeigt:

Miete Kaufen
Vorteile
  • Der Vorteil eines Mietobjekts ist, als Mieter in aller Regel als Nutzer zu fungieren, ohne sich um die Instandhaltung des Objekts kümmern zu müssen.
  • Abgesehen von etwaigen Mieterhöhungen ist die monatliche Miete vergleichsweise geringen Schwankungen unterworfen und daher ein verlässlich kalkulierbarer Fixbetrag ohne die Last eines großen Schuldenbergs.
  • Wer das gesparte Geld, was nicht in die Immobilienfinanzierung fließt, clever anlegt, kann hier sein Vermögen schneller vermehren als ein Eigenheimbesitzer.
  • Wer eine durchdachte Finanzierungsoption gewählt hat, der kann beim Kaufobjekt Geld sparen, anstatt jahrzehntelang Miete zu zahlen.
  • Die monatliche Kreditbelastung kann im Rahmen des Vertrags variiert werden; eine Miete ist hingegen starr und unflexibel.
  • Ein Eigenheimbesitzer hat volle Freiheiten, was den Umgang mit seiner Immobilie betrifft, solange er nicht gegen geltendes Recht verstößt.
  • Der Käufer gewinnt, wenn die Immobilie jährlich zwei Prozent im Wert steigt.
  • Rein emotional betrachtet diszipliniert der Hauskauf, wie bereits eingangs unter dem Punkt „empirischer Ansatz“ erläutert wurde.
  • In aller Regel ist es so, dass die Kosten in der Phase der Berufstätigkeit zwar höher sind, allerdings fallen diese im Alter, so dass der Kauf einer Immobilie durchaus auch als Teil der Altersvorsorge angesehen werden kann.


Nachteile
  • Der Nachteil eines Mietobjekts ist in etwa mit einer Haftpflichtversicherung zu vergleichen: Das Geld für die Miete wird wie für die Versicherung regelmäßig abgebucht – ohne dass der Zahler einen direkten Benefit davon hat.
  • Wer den Wohnraum nach seinem individuellen Geschmack gestalten möchte, kann dies nur in Maßen tun, denn Mieter sind an enge Vorgaben gebunden.
  • Es scheint fast als seien die Zinsen in den Keller und die Kosten für Immobilien in die Höhe gegangen, das heißt auch: Zwar gibt es günstige Kreditangebote, aber die Kosten für ein Eigenheim sind heute sehr hoch, was bedeutet, dass sich Eigenheimbesitzer zunächst einmal einen Berg von Schulden aufhalsen. Ist das Finanzkonzept sehr eng und lässt keinen Spielraum zum Leben mehr, kann dies sehr schnell zur Belastung werden.

Die Miet- oder Kaufentscheidung ist auch vom Angebot abhängig

Sicher hängt die Entscheidung pro oder contra Mieten oder Kaufen nicht nur vom Interessenten ab, sondern auch von der gewünschten Wohngegend: Es ist eine schlichte Tatsache, dass vor allem in Deutschlands Städten ein vielbeklagter Mangel an bezahlbarem Wohnraum herrscht. Ein interessanter Fakt dabei: Zwar ist Wohnungsmangel in allen deutschen Städten an der Tagesordnung, jedoch unterscheidet sich dieser von Region zu Region: In Berlin etwa mangelt es sowohl an Häusern als auch Mietwohnungen. Hingegen könnten Interessenten in der Mainmetropole Frankfurt zwar durchaus auf ein relativ breites Spektrum von Wohnungen zurückgreifen, wer jedoch ein Haus sucht, der hat oft schlechte Karten. Und gänzlich umgekehrt sieht es in „Deutschlands größtem Dorf“ München aus: Wer sich an der Isar niederlassen möchte, sollte viel Geduld und ein gefülltes Portemonnaie mitbringen: In München sind freie Mietwohnungen eine Seltenheit und dementsprechend teuer – was ebenfalls von diversen Seiten aus kritisiert wird. 

Rubriklistenbild: © domeckopol pixabay.com

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