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Hitzewelle: Gewerkschaft fordert Hitzefrei – Das sind die Regelungen

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Von: Lisa Mayerhofer

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Die Gewerkschaft Verdi fordert angesichts der Rekordtemperaturen Hitzefrei oder zumindest längere Pausen für Arbeitnehmer. Ein Überblick über die Regelungen bei Hitze am Arbeitsplatz.

München – Jetzt wird es in Deutschland richtig heiß: In der Westhälfte Deutschlands kann am heutigen Dienstag laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sogar die 40-Grad-Marke geknackt werden. Am Mittwoch werden die Temperaturen im Westen zurückgehen, dafür wird es in der Osthälfte heißer. Auch dort können laut DWD dann örtlich 40 Grad erreicht werden, am wahrscheinlichsten ist dies im Gebiet von der Lüneburger Heide bis nach Sachsen-Anhalt. 

Hitzewelle: Gewerkschaft Verdi fordert Hitzefrei oder längere Pausen

Angesichts dieser Höchsttemperaturen fordert die Gewerkschaft Verdi Hitzefrei oder zumindest längere Pausen für Arbeitnehmer. „Bei extremer Hitze fordern wir natürlich längere Pausen oder ein früheres Ende der Arbeit – Hitzefrei – auch wenn darauf kein rechtlicher Anspruch besteht“, sagte der Leiter der tarifpolitischen Grundsatzabteilung bei Verdi, Norbert Reuter, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Die Gesundheit und das Wohl der Mitarbeitenden muss im Vordergrund stehen“, betonte Reuter. Arbeitgeber und Betriebsrat müssten Regelungen vereinbaren, „wann die ausgefallenen Arbeitszeiten gegebenenfalls nachgeholt werden können“ Zudem pochte der Gewerkschafter auf flexible Arbeitszeiten: „In jedem Fall fordern wir, dass alle Möglichkeiten zur Nutzung von Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung (...) genutzt werden.

Kein Hitzefrei Arbeitgeber Abkühlung Hitze
Ganz schön warm im Büro. Ab 30 Grad müssen Arbeitgeber tätig werden und Abhilfe schaffen. © Christin Klose/dpa-tmn

Hitzewelle: Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf Hitzefrei

Doch welche Regeln gelten eigentlich für Arbeitnehmer und Arbeitgeber angesichts der Hitzewelle? Generell gilt: Zeigt das Thermometer am Arbeitsplatz Temperaturen von 26 Grad und mehr an, sollte der Arbeitgeber etwas tun. Und ab 30 Grad muss er das sogar, erklärt die Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) mit Verweis auf die technischen Regeln für Arbeitsstätten.

Gegen Hitze im Büro können Arbeitgeber zum Beispiel Getränke zur Verfügung stellen, vorübergehend Gleitzeit einführen oder die Kleiderordnung lockern. Einen Anspruch auf klimatisierte Räume haben Arbeitnehmer allerdings nicht – auch nicht auf Hitzefrei. Eine Chance auf Hitzefrei gibt es erst, wenn in einem Raum mehr als 35 Grad herrschen.

Bei Arbeiten im Freien gilt während dieser Hitze, dass „der Arbeitgeber für diese Tätigkeiten eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, und erforderlichenfalls geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen und diese dokumentieren muss“, teilt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin dem ZDF mit. Zu den Schutzmaßnahmen würden beispielsweise Sonnenschirme, Abdeckungen oder flexible Arbeitszeiten zählen. (lma/dpa/AFP)

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