„Wir sind kein Protektorat“

Griechen empört über deutschen Vorstoß zu Sperrkonto

Athen/Berlin - Griechische Politiker haben empört auf Bestrebungen nach einem Sperrkonto für das pleitebedrohte Land reagiert. Angebliche Pläne für eine schärfere Kontrolle der Athener Finanzen sorgen für Unmut.

„Wir sind kein Protektorat“, erklärte der Chef der mitregierenden Sozialisten Evangelos Venizelos nach einem Treffen mit Regierungschef Antonis Samaras. Seine Partei Pasok teilte am Mittwoch mit, der deutsche Finanz-Staatssekretär Thomas Steffen habe ein Arbeitspapier zur Einrichtung eines solchen Kontos an das griechische Finanzministerium geschickt. Das Büro von Samaras erklärte, darüber werde nicht verhandelt - das Thema sei vom Tisch.

Der Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Martin Kotthaus, sagte am Mittwoch in Berlin, er könne die Existenz eines solchen Schreibens nicht bestätigen. „Das ist mir nicht bekannt“, sagte er.

Vergangene Woche war aus deutschen Regierungskreisen bekanntgeworden, dass Berlin bereits mit der Auszahlung der nächsten Kredittranche an Griechenland ein Sonderkonto mit schärferen Kontrollmechanismen anstrebt. Die Hilfsgelder sollten auf ein Konto fließen, auf das Athen keinen Zugriff habe. Ziel sei es, dass Athen das erhaltene Geld nicht nach eigenen Vorstellungen ausgeben könne, sondern vorrangig seine Schulden bedient.

Dies ist nach Angaben griechischer Funktionäre auch der Inhalt des fraglichen Arbeitspapiers. Die Sozialistische Partei (Pasok) veröffentlichte eine Fotokopie des Dokuments, der Absender war darauf allerdings nicht zu erkennen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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