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Kältewelle: Gasspeicher leeren sich - Bundesnetzagentur mahnt zum Sparen

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Von: Patricia Huber

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Das eisige Wetter in Deutschland leert die Gasspeicher schneller als geplant. Die Bundesnetzagentur ruft Privathaushalte weiter zum Sparen auf.

Berlin/München – Trotz der eisigen Temperaturen hat die Bundesnetzagentur die Bevölkerung nochmals eindringlich zum Gassparen aufgefordert. „Trotz der Kälte meine Bitte: Gehen Sie achtsam mit dem Gasverbrauch um“, sagte Behördenchef Klaus Müller im ZDF-Morgenmagazin und wandte sich an Privathaushalte und Wirtschaft gleichermaßen. So müsse nicht immer jeder Raum geheizt und die Temperatur könne etwas niedriger eingestellt werden. Von einer Mangellage sei Deutschland dennoch „sehr, sehr weit entfernt“.

Kältewelle in Deutschland: Gasspeicher leeren sich schnell

Die Gasspeicher sind hierzulande derzeit gut gefüllt, nach Angaben der Netzagentur vom Mittwoch betrug der Füllstand zuletzt 92,45 Prozent. Der wichtige Speicher Rehden war zu 91,48 Prozent voll. Derzeit werde „überwiegend ausgespeichert“, die Vorräte werden also weniger.

Am Montag hatte die Ausspeicherung einen Prozentpunkt betragen – der höchste Tageswert in diesem Winter. Das liegt auch an den Temperaturen. Der Dezember könnte einer der kältesten der vergangenen zehn Jahre werden, sagte Müller und fügte mit Blick auf die Ausspeicherung vom Montag hinzu: „Das sollte jetzt ein Ausreißer bleiben.“

Bundesnetzagentur-Chef: Privathaushalte verbrauchen mehr Gas als geplant

In beiden Bereichen – sowohl in der Wirtschaft als auch bei den Privathaushalten – würden derzeit nicht die Einsparziele erreicht, „die wir uns vorgenommen haben“, fuhr Müller fort. „Kritisch wird es dann werden, wenn wir über den ganzen Winter hinweg nicht die minus 20 Prozent an Einsparungen erreichen würden.“

Vor allem im privaten Bereich werde derzeit wieder mehr Gas verbraucht als gehofft, sagte Müller im ZDF. Daher heiße es: „Achtsam sein mit den Heizungen in den eigenen vier Wänden“. Eine Mangellage sei aber nicht zu erwarten. Deutschland habe „wirklich gut vorgesorgt“, um den aktuellen Mehrverbrauch ausgleichen zu können. Dieser dürfe sich im Januar und Februar jedoch nicht so fortsetzen.

Gasmangellage vermeiden: Was nötig ist

Damit eine Mangellage vermieden werden kann, sind nach Einschätzung der Netzagentur drei Voraussetzungen nötig: Das Einsparziel von 20 Prozent verglichen mit dem durchschnittlichen Verbrauch der Jahre 2018 bis 2021 muss erreicht werden, die LNG-Terminals müssen wie geplant zum Jahresbeginn einspeisen und der winterbedingte Rückgang der Gasimporte sowie Anstieg der -exporte müssen moderat ausfallen. (AFP/ph)

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