Züge verspäten sich immer noch zu oft

Bahn fährt an eigenen Pünktlichkeitszielen vorbei

Berlin - Die Deutsche Bahn hat seit März ihr selbstgestecktes Ziel nicht mehr erreicht, dass 80 Prozent der Züge im Fernverkehr planmäßig ankommen.

Die Deutsche Bahn hat massive Probleme bei der Pünktlichkeit ihrer Züge eingeräumt. Die Lage sei "nicht zufriedenstellend", sagte ein Bahnsprecher der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Fast jeder dritte Zug im Fernverkehr ist laut Statistik der Bahn zu spät unterwegs, hat also mehr als fünf Minuten Verspätung, heißt es in dem Bericht.

"Wir wissen, das ist ärgerlich für unsere Kunden", sagte der Bahnsprecher dem Blatt. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Situation zu verbessern." Aber die Bahn müsse eingestehen, "unser Produktversprechen nicht eingehalten zu haben".

Die Bahn hat sich als Ziel gesetzt, dass mehr als 80 Prozent aller Fernverkehrszüge pünktlich sind. Dieses Ziel erreichte die Bahn der "FAS" zufolge aber zuletzt Anfang des Jahres. Seither habe die Zahl der Verspätungen merklich zugenommen. Dahinter stecke ein "unseliger Mix aus Störfaktoren", teilte das Unternehmen mit.

Ein Grund ist die Renovierung des Streckennetzes, wodurch Baustellen weitere Verspätungen verursachen. Als weitere Ursache gilt eine veraltete und zu kleine Flotte wegen ausbleibender Lieferungen von neuen Zügen. Hinzu kam in den vergangenen Wochen die hohe Zahl an Flüchtlingen, für die die Bahn Sonderzüge einsetzte. Zudem wurden deswegen Verbindungen zwischen Deutschland und Österreich eingestellt.

AFP/dpa

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