Neuer Anstrich

ICE-Züge sehen von außen bald anders aus - darum könnte das gut für Kunden sein

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ICE der Bahn - mit dem bisherigen Anstrich.

Die Deutsche Bahn (DB) verpasst ihren ICEs einen neuen Anstrich - und wirbt mit einem grünen Image.

Berlin - Aus Rot wird Grün. Die Deutsche Bahn verpasst ihren 280 ICE-Zügen einen neuen Anstrich. Bei dem ersten und letzten Wagon der Fernverkehrszüge sollen die charakteristischen Streifen nun in Grün statt dem gewohnten Rot erstrahlen. Zudem sollen auch die Steckersymbole Grün werden. 

Wozu das alles? Die Bahn möchte mit dieser Farbänderung vor allem auf Klimaschutz zielen und gibt an, die Rolle als „Umweltvorreiter“ unterstreichen zu wollen. Auch Preissenkungen stehen im gleichen Zuge im Raum. Doch die Kritiker sind nicht weit. 

Deutsche Bahn: Kampagne für das Klima

Bahnchef Richard Lutz unterstreicht eines: „Kein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn“, die neue Kampagne solle ein „starkes Zeichen“ setzen. Doch ohne Kritik kommt auch diese Veränderung nicht aus. Alexander Eisenkopf, Verkehrswissenschaftler an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen, unterstreicht laut Welt etwa, dass es der „reinen Marketingstrategie“ an „direktem Nutzen“ fehle. Klimaneutral sei die Deutsche Bahn noch lange nicht. Zwar werbe sie beim ICE mit 100 Prozent Ökostrom, aber laut dem Experten liegt der Anteil an sauberem Strom über alle Verkehrsmittel hinweg bei nur 57 Prozent. 

Neuer Anstrich: Die Deutsche Bahn wirbt mit grünem Image - und möchte Preise für Kunden senken.

Kann die Deutsche Bahn mit Klimaversprechen Preise senken?

Auch die Ziele des Konzerns spiegeln wider, dass die Zielgerade noch lange nicht erreicht ist: Die Bahn möchte im Jahr 2038 auf allen Schienen mit Ökostrom fahren und ab 2050 soll es klimaneutral zugehen. Das Unternehmen arbeitet mit Hochdruck an ihrem grünen Image, auch, um die Fahrgastzahlen langfristig zu erhöhen. 

Die neue Farbwahl hängt indirekt auch mit dem umweltfreundlichen Image zusammen: Das Klimakabinett der Bundesregierung berät nächste Woche, ob eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf sieben Prozent für Fernverkehrstickets möglich wäre. Die Bahn möchte die Einsparungen direkt auf die Ticketpreise umschlagen. Für die Kunden würde das in einer Preisreduzierung von rund 10 Prozent resultieren.

Doch egal, ob die Bahn mit grünem Design oder vergünstigen Preisen lockt, die Debatte wird auch an dieser Stelle durch andere Mängel der Deutschen Bahn bestimmt. „Die Bahn braucht keinen neuen Anstrich, sondern Qualität und Zuverlässigkeit“, sagt etwa Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn, wie Bild berichtet. Durch das grüne Design werde kein ICE pünktlicher. An dieser Stelle wäre aber wieder die Politik gefragt. Und das nicht mithilfe von Steuersenkungen, sondern mit „Geld für neue Infrastruktur“.

„Starke Schiene“: Deutsche bahn plant große Investitionen

Laut eigenem Streben arbeitet die Bahn aktuell an vielen Stellschrauben, um die Züge für Kunden attraktiver zu machen. Laut dem „Starke Schiene“-Konzept soll mehr Verkehr von der Straße und aus der Luft auf die Schienen geholt werden. Dafür sollen sich die Passagierzahlen im Fernverkehr verdoppeln, insgesamt möchte die Bahn 30 Prozent mehr Verkehr bewältigen. 

Dazu braucht es einen Ausbau der Infrastruktur, mehr Züge, Anschlüsse und Mitarbeiter und auch in Sachen Digitalisierung plant die Bahn in Richtung Zukunft. Trotz starker Verschuldung hat die krisengeschüttelte DB laut dem Kampagnenpapier vor allem ein großes Argument für die hohen Investitionen: „Deutschland wird seine Klimaziele nur erreichen, wenn es im kommenden Jahrzehnt gelingt, massiv Verkehr auf die Schiene zu verlagern.“ Viele große Ziele gibt es bereits - doch ob diese Pläne sich in naher Zukunft wirklich umsetzen lassen, bleibt fraglich. 

2016 zog sich die Deutsche Bahn aus dem Nachtzug-Geschäft zurück. Doch die beliebten Schlafwagen boomen - und die DB scheint bereits ein Comeback zu planen.

dpa

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