ifo-Geschäftsklima

Trotz Lockdown: Stimmung in deutschen Chefetagen steigt wieder – aber eine Branche ist am Boden

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zuletzt aufgehellt. Doch in der Beurteilung klaffen zwischen den Branchen teils riesige Lücken.
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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zuletzt aufgehellt. Doch in der Beurteilung klaffen zwischen den Branchen teils riesige Lücken.

Die deutsche Wirtschaft sieht trotz des Lockdowns wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Das zeigt der ifo-Geschäftsklima-Index. Doch die Einschätzungen gehen weit auseinander.

München - In den deutschen Chefetagen wächst nach dem jüngsten Rückschlag im Januar wieder die Zuversicht. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Februar überraschend kräftig auf 92,4 Punkte, wie das Münchener Forschungsinstitut am Montag mitteilte. Damit liegt das Corona*-Hoch von 93,2 Punkten vom vergangenen September wieder in Reichweite. Trotz des Lockdowns zeige sich die deutsche Wirtschaft robust, „vor allem wegen der starken Industriekonjunktur“, resümierte ifo-Präsident Clemens Fuest.

Im Januar war der Index gegenüber dem Vormonat von 92,2 auf 90,3 Punkte gesunken. Ausgebremst worden war die Erholung der Wirtschaft nach Einschätzung der ifo-Forscher dabei vor allem durch die zweite Coronawelle. Im Februar fielen die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage hingegen positiver aus. Zudem seien die pessimistischen Stimmen mit Blick auf die kommenden Monate „deutlich weniger geworden“, erklärte Fuest.

ifo-Geschäftsklima: Gastgewerbe am Boden

Einen deutlichen Sprung nach oben machte der Index demnach im verarbeitenden Gewerbe und erreichte dem höchsten Wert seit November 2018. Auch im Dienstleistungssektor stieg der Geschäftsklimaindikator. „Schwierig“ bleibe die Situation indes für das Gastgewerbe, erläuterte Fuest. In der Tourismusbranche zeige sich dagegen „erstmals wieder vorsichtiger Optimismus mit Blick auf die Urlaubssaison“.

Auch im Handel stieg der Geschäftsklimaindex nach dem Einbruch im Vormonat etwas. Die Erwartungen seien zwar weiterhin pessimistisch, aber nicht mehr so stark wie im Vormonat. Die aktuelle Lage hingegen wurde von den Händlern wegen der Umsatzeinbrüche durch den Lockdown schlechter eingeschätzt.

ifo-Geschäftsklima: Stimmungsaufhellung am Bau

Im Bauhauptgewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima laut ifo-Institut ebenfalls - insbesondere wegen weniger pessimistischer Erwartungen. Die aktuelle Lage sei von den Baufirmen aber etwas schlechter beurteilt worden, „vor allem wegen des außergewöhnlich kalten Wetters“.

Für den Geschäftsklimaindex befragt das Institut monatlich rund 9000 Unternehmen. Dabei werden sie gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate abzugeben. Der Index gilt als wichtigster Konjunktur-Indikator für die deutsche Wirtschaft. (dpa/AFP/utz) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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