Corona-Krise in der Wirtschaft

Ifo warnt vor Unterschätzung der Delta-Mutante: „Dann stünde uns ein harter Herbst bevor“

Besucher eines Einkaufszentrums in Hamburg schlendern an den Schaufenstern entlang.
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Shoppende in Hamburg im Mai 2021: Ifo warnt wegen der Delta-Mutation vor einem Konjunktureinbruch in Deutschland.

Erholt sich die deutsche Konjunktur nach der Pandemie? Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo äußert wegen einer Corona-Mutante Sorgen.

München - „Die Delta-Variante ist eine ernstzunehmende Gefahr für die deutsche Wirtschaft“: Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat vor einem Rückschlag bei der Konjunkturerholung gewarnt, falls die Corona-Infektionszahlen* wegen der Mutation* wieder steigen. Das sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest dem Nachrichtenportal t-online in einem am Sonntag (20. Juni) publizierten Interview.

Zwar wäre nicht alles verloren, wenn durch die Variante die Inzidenzen* wieder anstiegen, fügte Fuest hinzu. Die Erholung würde sich aber verzögern. Besonders die Bereiche, die bereits stark unter der Pandemie* gelitten hätten, wären erneut betroffen, also die Reisebranche, Restaurants oder der Handel. „Dann stünde uns ein harter Herbst bevor.“

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI)* für die erste Juniwoche hatte sich der Anteil der Delta-Variante in Deutschland* innerhalb einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt. In Großbritannien hat die ansteckendere Variante die Vorherrschaft übernommen - obwohl die Impfungen* dort viel weiter als in Deutschland fortgeschritten sind. Wegen steigender Inzidenzen wurden dort Lockerungen gestoppt.

Ifo zu Corona in Deutschland: „Werden wir noch lange spüren“

Allgemein hält Fuest die Corona-Krise* noch nicht für abgehakt. Ohne die Pandemie wäre die Wirtschaft in den vergangenen eineinhalb Jahren gewachsen, sagte er. „Stattdessen haben wir in dieser Zeit einen enormen Schuldenberg angehäuft. Die Auswirkungen der Krise werden wir noch lange spüren.“

Die Ökonomen des Münchner Institutes hatten zuletzt ihre Wachstumsprognose für Deutschland für dieses Jahr auf 3,3 Prozent gekürzt - vor allem wegen Engpässen bei der Lieferung von Vorprodukten wie Chips für die Autoindustrie. Das Vorkrisenniveau könnte die Wirtschaft nach Einschätzung der Experten Anfang des kommenden Jahres erreichen. (dpa/frs) Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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