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„Die Situation ist düster“: Deutsche Firmen besorgt über Corona-Entwicklung in China

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Von: Sven Hauberg, Patricia Huber

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Die Corona-Lage in China ist angespannt. Das trifft auch deutsche Unternehmen, die dort einen Sitz haben. Ihnen bereitet der Umgang mit dem Virus Sorgen.

Peking – In Deutschland laufen derzeit die meisten Corona-Maßnahmen aus und die Menschen kehren wieder in ihren Alltag vor der Pandemie zurück. In China hingegen sieht die Welt noch ganz anders aus. Erst am Donnerstag (24. November) wurde rings um die größte iPhone-Fabrik des Landes in der Stadt Zhengzhou ein Lockdown für mehr als sechs Millionen Menschen verfügt. Die Zahl der landesweiten Neuinfektionen war zuvor auf den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie vor fast drei Jahren geklettert.

Corona in China: Deutsche Firmen stellen sich auf „schwerwiegende Auswirkungen“ ein

Die Null-Covid-Strategie trifft jedoch nicht nur die Menschen in China. Auch internationale Handelspartner sehen die Corona-Politik von Präsident Xi Jinping mit großer Sorge. „Die Situation ist düster, das zeigen die offiziellen Zahlen“, sagte Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China, heute (25. November) in Peking.

Aktuell sind die Lieferketten im Land noch stabil. Volkswagen musste in der aktuellen Corona-Welle beispielsweise in nur einem seiner 40 Werke die Produktion stilllegen. Doch die Betriebe rechnen mit dem Schlimmsten, wie Jens Hildebrandt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer (AHK), dem Handelsblatt erklärt. Deutsche Firmen stellen sich schon jetzt auf „schwerwiegende Auswirkungen auf die Produktion“ ein. „Dass beinahe drei Jahre nach Ausbruch der Pandemie immer noch keine Exitstrategie zur Null-Covid-Politik in Sicht ist, stößt bei der deutschen Wirtschaft zunehmend auf Unverständnis“, macht Hildebrandt klar.

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China: Deutsche Firmen müssen „kritische Abhängigkeiten reduzieren“

Auch Wuttke weiß: „Wir sind noch immer in einer Situation der Unsicherheit.“ Doch China scheint nicht von seiner Null-Covid-Politik abweichen zu wollen. Für deutsche Firmen ein Risiko. Werksschließung und Produktionsausfälle führen zu Gewinneinbußen. Zudem wird angesichts der Spannungen mit Taiwan immer wieder vor einer zu starken Abhängigkeit von China gewarnt. Auch ifo-Außenhandelsexpertin Lisandra Flach erklärte im Merkur.de-Interview, dass deutsche Unternehmen „kritische Abhängigkeiten reduzieren“ sollten. (ph/sh/AFP)

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