Insektenrückgang

Agrarsubventionen: Bundesamt für Naturschutz fordert Reform

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Das Bundesamt für Naturschutz kritisiert das derzeitige System der EU-Förderung für Landwirte. Foto: Julian Stratenschulte/Symbolbild

Nach Ansicht des Bundesamtes für Naturschutz sollten Maßnahmen zum Schutz der Natur bei der Verteilung von EU-Agrarsubventionen stärkere Berücksichtigung finden. Das Amt fordert einen vollständigen Umbau der Fördermaßnahmen.

Berlin (dpa) - Das Bundesamt für Naturschutz fordert einen radikalen Umbau der milliardenschweren EU-Förderung an die Bauern.

"Die EU sollte kein Geld mehr in die Direktzahlungen stecken, die nach dem Gießkannenprinzip je Hektar verteilt werden - weitgehend unabhängig davon, wie umweltfreundlich oder -schädlich er bewirtschaftet wird", sagte Behördenpräsidentin Beate Jessel der Tageszeitung "taz".

Stattdessen müssten Leistungen für den Naturschutz stärker honoriert werden. "Sei es, dass Blühstreifen angelegt werden, sei es, dass die Bauern besonders viele Pflanzenarten auf einer Fläche nachweisen oder dass sie ihr Grünland nicht so häufig mähen oder düngen."

Die EU-Kommission stellt an diesem Freitag ihren Gesetzesvorschlag für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach dem Jahr 2020 vor. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssten noch zustimmen.

Jessel erinnerte daran, dass die Landwirtschaft mit ihren Pestiziden und Düngern eine der Ursachen für den Insektenrückgang ist. Doch in ihrer Haushaltsplanung ab 2021 sehe die EU-Kommission das Gegenteil vor: "Der Etat für die Agrarumweltmaßnahmen soll viel stärker gekürzt werden als der für die Direktzahlungen. Das ist sehr bedauerlich und wird zu Lasten des Naturschutzes gehen."

Derzeit fließen rund 40 Prozent des gesamten EU-Haushalts - etwa 58 Milliarden Euro - jedes Jahr in die europäische Landwirtschaft. An Direktzuschüssen erhält jeder Agrarbetrieb hierzulande im Schnitt etwa 280 Euro pro Hektar.

BfN Agrarreport zu biologischer Vielfalt

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