„Chance für Neuanfang“

Logistiker will bekannte deutsche Modekette nach Insolvenz retten – doch viele Fragezeichen bleiben

Adler Modemarkt: Die bekannte Modekette kämpft wegen der Corona-Pandemie ums Überleben. Jetzt gibt es einen Investor.
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Adler Modemarkt: Die bekannte Modekette kämpft wegen der Corona-Pandemie ums Überleben. Jetzt gibt es einen Investor.

Der insolvente Bekleidungshändler Adler Modemärkte hat einen Investor gefunden. Doch der Rettungsplan ist ambitioniert.

Haibach – Die Adler Modemärkte gehören zum Urgestein des deutschen Bekleidungshandels. Seit über 70 Jahren verkaufen die Franken Textilien. Doch die Corona-Pandemie hat auch der bekannten Modekette mit ihren gut 170 Filialen schwer zugesetzt. Anfang des Jahres musste das börsennotierte Unternehmen Insolvenz anmelden.

Erst vor wenigen Wochen hatte sich Adler mit einem Darlehen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds Luft verschafft, um einen Investor zu suchen.

Jetzt ist die Modekette fündig geworden. Der Berliner Mischkonzern Zeitfracht will die angeschlagene Modekette übernehmen. Wenn alles gut läuft, soll das laufende Insolvenzverfahren Ende August beendet werden, teilte Adler am Dienstag mit. Neben dem Deutschland-Geschäft will Zeitfracht auch die Adler-Töchter in Österreich, der Schweiz und Luxemburg schlucken.

Adler Modemärkte: Kette soll von der Börse genommen werden

Vorstandschef Thomas Freude zeigte sich zufrieden: „Das heute vorgelegte Angebot ist die Chance für einen erfolgreichen Neuanfang für Adler“, sagte er. Zeitfracht wäre dann alleiniger Eigentümer. Nach den Plänen sollen die Aktionäre komplett leer ausgehen.

Für die Mitarbeiter bleibt die Lage unklar. Ende März hatte Adler noch rund 3200 Beschäftigte. Auch die Zukunft der 171 Filialen ist bislang ungeklärt.

Adler Modemärkte: Ambitionierter Zeitplan

Zudem ist der Zeitplan ambitioniert. Adler hatte im Januar Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Nun muss ein formelles Insolvenzverfahren eingeleitet werden, das Gericht braucht einen Insolvenzplan, und Adler muss eine Investorenvereinbarung mit Zeitfracht abschließen. Außerdem muss die Gläubigerversammlung noch zustimmen.

An der Börse ist die Aktie zuletzt schwer unter die Räder gekommen. Am Mittwoch notierte das Unternehmen noch bei rund 0,18 Euro. Vor der Ankündigung der Insolvenz Mitte Januar war das Papier noch für 2,28 Euro gehandelt worden.

Zeitfracht ist in mehreren Branchen aktiv, unter anderem Logistik und Buchgroßhandel. Das Familienunternehmen mit Sitz in Berlin beschäftigt insgesamt rund 3700 Personen.

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