Moderner Speiseplan

Vegetarisches Essen ist an Primusschule selbstverständlich

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Frisch auf den Tisch: Mensa-Mitarbeiterin Nadine Langenohl bereitet Brötchen für das Frühstück vor.

Schalksmühle – Während anderswo – und das sogar weltweit – darüber diskutiert wird, ob man fleischlose Alternativen beim Schulessen anbieten oder gar einen kompletten „Veggie-Tag“ einführen soll, bleibt man in diesem Punkt an der Primusschule gelassen. Vegetarisches Essen steht dort nämlich seit der Eröffnung der Mensa vor rund einem Jahr im Speiseplan.

Eigentlich ist ein gesundes Schulessen ganz einfach zu machen. Zweimal vegetarisch, einmal Fisch und zweimal Fleisch (aus Rücksicht auf muslimische Schüler vorzugsweise Pute oder Rind) in der Woche – wer sich an die Vorschläge der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält, der gewährleistet eine optimale Verpflegung der Schüler, sagt Andrea Spelsberg. Sie ist Ernährungscoach und arbeitet mit dem Küchenteam der Primusschule und dem Mensaverein eng zusammen. Der Speiseplan der Schule sei an den Standards der Gesellschaft angelehnt.

Wenn es so simpel ist, warum muss man dann über „Veggie-Tage“ debattieren? Für Andrea Spelsberg liegt es daran, dass sich viele Verantwortliche mit diesem Thema nicht beschäftigt haben. Dabei hat die DGE mit der Initiative für gesunde Ernährung und Bewegung (In Form) und mit dem Bundesministerium für Ernährung und Bewegung eine bundeseinheitliche Ernährungsempfehlung für Schulen herausgegeben.

Mensa und Schulleitung: Petra Nölle (von links), Andrea Spelsberg und Astrid Bangert.

Zehn „goldene“ Regeln fürs Essen

Diese Qualitätsstandards umfassen zehn Grundregeln:

  • „Lebensmittelvielfalt genießen“ – abwechslungsreich essen und überwiegend pflanzliche Lebensmittel auswählen.
  • „Gemüse und Obst“ – „Nimm 5“ am Tag. 
  • „Vollkorn wählen“ – für Getreideprodukte wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl Alternativen wählen.
  • „Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen“ – täglich Milch- und Milchprodukte wie Joghurt und Käse, Fisch ein- bis zweimal pro Woche, Fleisch nicht mehr als 300 bis 600 Gramm in der Woche.
  • „Gesundheitsfördernde Fette nutzen“ – pflanzliche Öle und Streichfette verwenden, versteckte Fette in Wurst, Gebäck und Süßwaren vermeiden.
  • „Zucker und Salz einsparen“ – gesüßte Lebensmittel und Getränke vermeiden, Salzanteil reduzieren.
  • „Leitungswasser trinken“ – rund 1,5 Liter am Tag.
  • „Schonende Zubereitung“ – garen so lange wie nötig, so kurz wie möglich, mit wenig Wasser und Fett.
  • „Achtsam essen“ – Zeit lassen beim Essen.
  • „Auf Gewicht achten und bewegen“ – gute Ernährung und Bewegung gehören zusammen.

Currywurst und Pommes erlaubt

Das Ziel des Mensavereins, der sich um das Schulessen kümmert, ist es, eine Zertifizierung durch die DGE zu erreichen. Dazu müssen die Lebensmittel, die Speisen und Pläne, der Essensbereich und die Zeiten einem hohen Niveau entsprechen. Doch sklavisch an alle Regeln halten muss man sich auch nicht, erklärt Küchenleiterin Petra Nölle. „Bei Einhaltung der Richtlinien darf es auch mal etwas weniger Gesundes geben. Was spricht denn gegen Currywurst und Pommes, wenn der Rest Standard ist?“

Vor allem die Ausgewogenheit steht bei der Essensplanung in der Primusschule im Fokus, wie Andrea Spelsberg verrät. So wird regelmäßig Salat oder Gemüse angeboten, die Schüler können sich an der beliebten und immer verfügbaren Salatbar selbst bedienen. Gerade von den älteren Schülern werde sie gut angenommen. „An den kurzen Tagen, dienstags und donnerstags, gibt es auch einen Beilagensalat oder eine Gemüsesuppe.“

Farbenfroh und gesund: Die Nahrungsmittel unterliegen bestimmten Vorschriften.

Ausreichend essen ist sehr wichtig

Zudem gibt es jeden Tag eine vegetarische Alternative zur Auswahl, zweimal die Woche steht sogar für alle „Veggie“ auf dem Speiseplan. Rund ein Viertel der Schüler würde diese Variante wählen, die Beweggründe dafür seien sehr aber unterschiedlich, weiß Schulleiterin Astrid Bangert. „Manche wählen ganz bewusst das Essen aus. Leider schauen sich viele Eltern mit ihren Kindern das Angebot nicht richtig an.“

Andere Gründe spielen da eher eine geringere Rolle. Zwar ist ein Salat gerade bei den Schülerinnen sehr gefragt. Doch Petra Nölle weiß: „Wir haben nur wenige Mädchen, die figurbewusst essen.“ Und das sei auch gut so, denn in dem Alter spiele ausreichendes Essen eine bedeutende Rolle für die Entwicklung der Heranwachsenden. Insgesamt müsse man nur wenige Kinder vom Salatessen oder von vegetarischen Alternativen überzeugen.

Kontakt bei Fragen Mensaverein der Primusschule, per WhatsApp: 01 77/6 55 65 81 und E-Mail: primusmensa@gmail.com

Was ist die DGE?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) wurde 1953 gegründet und kümmert sich um Fragen rund um das Thema Ernährung. Sie hat einen Forschungsbedarf auf diesem Gebiet festgestellt und unterstützt deshalb die Wissenschaft, informiert in zahlreichen Publikationen und auf Veranstaltungen über neuste Forschungsergebnisse und Entwicklungen in dieser Fachrichtung. Die DGE möchte durch Ernährungsaufklärung und Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und -erziehung eine vollwertige Ernährung und damit die Gesundheit der Bevölkerung fördern. Anhand wissenschaftlicher Bewertung gibt sie Empfehlungen ab.

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