Geburtstagsfeier läuft aus dem Ruder

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Schalksmühle/Lüdenscheid - Völlig aus dem Ruder geriet eine Geburtstagsfeier im Bereich Bergstraße/Mollsiepen am Abend des 6. Februar 2016.

Zunächst rückte die Polizei aus, weil ein Anwohner sich über den ruhestörenden Lärm auf der Straße beschwert hatte. Doch die Beamten sahen sich vor Ort sehr schnell einer „aggressiven und angespannten“ Grundstimmung gegenüber, wie sich ein Zeuge aus ihren Reihen im Amtsgericht Lüdenscheid erinnerte.

Das sei das Revier der beiden Angeklagten (23 und 24), bekamen sie zu hören. Aufforderungen, sich zu entfernen, wurden nicht in gesetzten Worten vorgetragen. Dazu kam eine umfangreiche Sammlung wüster Beleidigungen, die keine Wiederholung verdienen. Die Geschichte endete damit, dass die beiden Angeklagten nach dem Einsatz von Pfefferspray fixiert und gefesselt in den Streifenwagen geladen wurden. Einer der Beamten erlitt dabei eine Prellung des linken Knies, aufgrund derer er zwei Tage lang dienstunfähig war.

Dem 23-Jährigen hatte dieser Tritt schon kurz nach der durchzechten Nacht leid getan, und er hatte sich persönlich in der Polizeiwache für diese Nummer entschuldigt. Und auch der 24-Jährige beteuerte im Gericht: „Ich kann mich nur dafür entschuldigen.“ Er sei Sportler und trinke sonst nicht. An jenem Abend habe er ohne vorheriges Training in zu viele Gläser geschaut.

Die Einsicht schützte allerdings vor weiterer Strafe nicht: Eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage in Form einer Schmerzensgeldzahlung an die beiden beteiligten Polizisten lehnten sowohl der Vertreter der Staatsanwaltschaft als auch Richter Thomas Kabus ab. „Die Vehemenz, mit der das passiert ist, macht eine Einstellung schwierig“, sagte der Richter.

Er verurteilte den 23-Jährigen letztlich zu einer empfindlichen Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 50 Euro (3500 Euro) wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. Der 24-Jährige wurde „nur“ wegen Beleidigung zu einer Gesamtgeldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 40 Euro (2400 Euro) verurteilt. Darin waren 25 Tagessätze aus einem vorangegangenen Urteil enthalten.

Ein Schmerzensgeld für die beteiligten Polizisten war nicht Teil des Urteils: Für ein solches wurden sie auf den Weg einer Zivilklage verwiesen.

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