Arbeiten im Tierheim Dornbusch

Bufdi und Azubi: Aus Liebe zu den Tieren

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Schalksmühle - Sich für andere zu engagieren, heißt nicht immer, sich für andere Menschen einzusetzen. Auch Tiere brauchen Hilfe. Und deshalb folgten Marisa Schön und Alex Wahl ihrem Herzen und entschieden sich, ein Jahr lang im Tierheim Dornbusch ihren Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren.

„Bei mir fiel die Entscheidung recht einfach. Ich wollte eine Ausbildung zur Tierpflegerin anfangen, leider waren die Ausbildungsplätze im Tierheim Dornbusch schon besetzt. So hat man mir die Bufdi-Stelle angeboten, um schon einmal zu sehen, dass das hier mehr ist, als nur Hunde streicheln.“ erklärt die 20-jährige Marisa Schön. 

Dass es die richtige Entscheidung war, konnte die Kiersperin schnell sehen. „Ich bereue es nicht. Ich konnte so das lernen, was ich für den Beruf später brauche.“ Die junge Frau, die die Kiersper Gesamtschule besuchte, ist ein Beispiel dafür, dass ein freiwilliges Engagement auch ein Einstieg ins Berufsleben sein kann. Denn sie ist seit ein paar Wochen nun die neue angehende Tierpflegerin in der Einrichtung am Dornbusch. 

Hündin Katja freut sich sehr darüber, dass Marisa Schön (links) nach ihrem Jahr als Bufdi nun auch ihre Ausbildung zur Tierpflegerin im Tierheim Dornbusch macht.

Ihre Nachfolgerin als Bufdi, die 18-jährige Alex Wahl, wusste nach eigenen Angaben nach dem Abitur am Lüdenscheider Zeppelin-Gymnasium nicht genau, was sie weiter machen könnte. „Ich möchte Tiermedizin studieren. Da ist aber der Schnitt sehr hoch. Und da ich selber Tiere habe, lag die Entscheidung für den Dienst im Tierheim nahe.“ Die Lüdenscheiderin hofft nach den Wartesemestern auf einen Studienplatz.

"Tierschutz steht für mich an erster Stelle" 

Neben den rein praktischen Gründen spielt bei beiden auch etwas Persönliches eine entscheidende Rolle. „Ich habe ein großes Herz für Tiere. Sie liegen mir sehr nahe. Tieren zu helfen ist für mich dasselbe, wie sich für Menschen einzusetzen“, sagt Marisa Schön. Ihre Kollegin: „Als wir uns einen Hund geholt haben, war es sofort klar, dass es einer aus dem Tierheim sein muss. Tierschutz steht für mich an erster Stelle.“ 

Alex Wahl (rechts) kümmert sich im Rahmen ihres Bundesfreiwilligendienstes um Katzendame Emma und die anderen Tiere.

In ihren jeweiligen Freundeskreisen sind die beiden jungen Frauen mit ihrem Engagement wahre Exoten. Dort bestätigt sich, dass andere junge Leute sich kaum noch für etwas einsetzen. Marisa Schön berichtet sogar von Unverständnis, dass ihr gegenüber gebracht wird. „Manche sagen ,Warum machst du das. Du verdienst dabei doch nichts‘.“ Ihr sind solche Sprüche aber egal. „Mir ist das wichtiger, als feiern zu gehen.“ Alex Wahl hat auch schon erlebt, dass andere Jugendliche mit Neid auf ihre Tätigkeit reagieren. „Andere finden die Idee gut. Sie sind selber nicht auf den Gedanken gekommen, sich einzusetzen. Während ich nun mit Tieren arbeite, stehen sie an irgendeiner Maschine in einem Unternehmen.“ 

Viel zu tun an einem Arbeitstag

Der Arbeitstag der beiden jungen Frauen begingt um 9 und Ende meist gegen 18 Uhr. In dieser Zeit gibt es viel für sie zu tun, schließlich müssen alle Hunde, Katzen und Kleintiere versorgt werden. Marisa Schön: „Der Tag ist komplett verplant. Doch man weiß, wofür man es macht. Man muss es positiv sehen, da man ja Tieren helfen kann.“ 

Zudem sei man den ganzen Tag draußen, ergänzt Alex Wahl. „Es kommt auf das Wetter an. Doch Regen ist kein Grund, es nicht zu machen. Es gibt genug Tage für andere Aktivitäten“, so ihre Mitstreiterin. Zu den täglichen Aufgaben der beiden zählen das Füttern der Tiere, das Reinigen der Unterkünfte, die Fellpflege – inklusive baden und bürsten – und vieles nebenbei, wie das Wäschewaschen und das Säubern der Näpfe. 

Vermittlungsgespräche kommen später dazu

Doch es geht noch weiter. Mit etwas Erfahrung im Rücken dürfen die beiden auch Vermittlungsgespräche begleiten und für Fragen der Besucher zur Verfügung stehen. Vor allem für ihren späteren Beruf hat Marisa Schön vieles aus ihrer Zeit als Bufdi mitnehmen können. „Das hilft mir jetzt sehr in der Ausbildung. Das Jahr hat einige Vorteile gebracht.“ Auch Alex Wahl hofft, dass sich ihr Engagement später auszahlt. 

„Ich denke, dass ich so später als Tiermedizinerin Tiere besser einschätzen und auf die unterschiedlichen Charaktere reagieren kann.“ Einen Freiwilligendienst können die beiden anderen jungen Menschen nach eigenen Worten sehr ans Herz legen. „Es ist generell empfehlenswert, sich sozial zu engagieren. Etwas Gutes zu tun, ist für jeden der richtige Weg“, sind sich die jungen Frauen einig.

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