Naturnahe Betreuung

Zusätzlicher Kita-Bedarf: Gemeinde prüft Gruppen im Wald

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Für das Kindergartenjahr 2020/21 zeichnet sich ein zusätzlicher Kita-Bedarf in Schalksmühle ab. Die SPD schlug in der letzten Ratssitzung eine Kita-Gruppe im Wald vor, um das Angebot zu erweitern.

Schalksmühle - Es klang ein wenig nach Hänsel und Gretel, was die SPD – grob verkürzt wiedergegeben – dem Gemeinderat in der letzten Sitzung vorschlug: Schickt die Kinder in den Wald. Der Rat votierte einstimmig dafür.

„Dort, wo wir eine zweigruppige Betreuung haben, sollte geprüft werden, ob man eine dritte naturnahe Gruppe im Wald, eine Bauwagengruppe, einrichten kann“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Michael Siol, und verwies auf Beispiele von Waldkindergärten aus anderen Kommunen. Die Gemeinde solle also prüfen, ob es bei Schalksmühler Kindergärten möglich sein könnte, für eine solche dritte Gruppe einen Bauwagen im Wald aufzustellen, um den herum die Betreuung inmitten der Natur stattfindet. 

Der Bedarf an Kita-Plätzen in der Gemeinde steigt, akut werde dies ab dem Kindergartenjahr 2020/21, sagt Anja Wolf, Fachbereichsleiterin für Bildung, Kultur und Sport auf Nachfrage des Allgemeinen Anzeigers. „Im Sommer 2020 brauchen wir definitiv eine zusätzliche Kita.“ Die vorgeschlagene naturnahe Betreuung in einer Waldgruppe sei im Ansatz eine gute Sache, sagt sie. 

„So ein Konzept kann gut gelingen, wenn der Vorschlag aus dem Kita-Team kommt.“ Wenn diese Idee von außen an eine Einrichtung herangetragen werde, könne sie nicht sagen, wie positiv das aufgenommen werde. „Man muss da ganz behutsam herangehen“, so Wolf, betont aber, dass selbstverständlich geprüft werde, ob sich der Vorschlag in einer der sechs Einrichtungen umsetzen lasse. Dies sei allerdings aufwendig. 

„Eine andere Form der Erweiterung“

„Sicherlich ist das eine andere Form der Erweiterung, als wenn ich einer Kita sagen würde, wir bauen an oder setzen eine Etage drauf.“ Eine Waldgruppe sei dagegen eine grundsätzlich andere Konzeption. „Plätze zu schaffen in der Natur ist nicht so einfach, wie es scheint.“ Es geht allerdings nicht um die Umfirmierung einer bestehenden Einrichtung in einen Waldkindergarten, wofür es offizielle Konzeptionen gibt. 

„Um die entsprechende Qualifikation zu erlangen, muss man hohe Auflagen erfüllen“, sagt Wolf. Davon habe der Märkische Kreis bei einer früheren Anfrage der Gemeinde auch abgeraten. Für die angedachte naturnahe Betreuung in einer Waldgruppe bräuchte man die Waldkita-Qualifikation zwar nicht, trotzdem müsse auch ein solches Konzept wohl überdacht sein. 

Die Einrichtungsträger müssten ebenso wie der Märkische Kreis miteinbezogen werden, außerdem müsste man ein geeignetes Grundstück finden. „Idealerweise wäre das dann ein kommunaler Wald, bei einem privaten Wald wäre es noch komplizierter.“ 

Prüfung müsse zeitnah geschehen

Schon in der Ratssitzung hatte Ortwin Schmidt (UWG) darauf hingewiesen, dass man sich auf jeden bei dem Konzept mit den Waldbesitzern in Verbindung setzen müsste. Nicht unerheblicher Zeitdruck „Wir müssen gucken, in welcher der vorhandenen Kitas so eine Waldgruppe angedockt sein könnte, und welche wäre dann auch bereit dazu, dieses Konzept zu fahren“, sagt Wolf. 

Aufgrund des sich abzeichnenden Bedarfs im Kindergartenjahr 2020/21 gebe es einen nicht unerheblichen Zeitdruck. Somit sei auch bei der Prüfung des Vorschlags zur naturnahen Betreuung eine gewisse Eile geboten.

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