Zukunft des Wochenmarktes unklar

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In den vergangenen Wochen machte sich beim Schalksmühler Wochenmarkt immer mehr gähnende Leere breit. Gestern machten die Lebensmittelhändler Fiegenbaum zum letzten Mal Halt in der Gemeinde.

Schalksmühle - Auf dem Schalksmühler Wochenmarkt lichtet es sich immer mehr. Nach und nach gaben alle Händler ihre Stände auf. Bis zum Beginn der Baumaßnahmen zur Umgestaltung des Rathausplatzes werden nur noch die Imbissstände weiter regelmäßig donnerstags auf dem Platz zu finden sein.

Gestern verkauften Ulrike und Martin Fiegenbaum zum letzten Mal ihre Lebensmittel auf dem Rathausplatz. Ein Abschied nach rund 30 Jahren. „Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Ulrike Fiegenbaum, die das Geschäft gemeinsam mit ihrem Mann von ihren Eltern übernahm. Die Schalksmühler seien gute und freundliche Kunden gewesen. „Doch das Geschäft lief in den vergangenen Wochen immer schleppender. Zuletzt sind es einfach zu wenig Kunden gewesen, die vorbei gekommen sind.“

Viele Schalksmühler kennt die 48-Jährige bereits seit Jahren. Daher tut es ihr vor allem für ihre Stammkunden leid. Einige hätten ihren Weggang schon bedauert. „Viele tranken erst im Eiscafé ihren Kaffee und kamen dann zu uns, um Geflügel, Wurst oder Kartoffeln zu kaufen. Nun wird das Angebot in Schalksmühle noch kleiner.“ Der Stand in der Gemeinde lohnte sich nicht mehr für das Ehepaar, das jeden Donnerstag eine Anfahrt von fast zwei Stunden in Kauf nahm.

Ulrike Fiegenbaum schließt aus, dass sie nach dem Umbau des Rathausplatzes wiederkommen. „Das Ganze wird sicher mehr als ein halbes Jahr dauern. Wir müssen ja in der Zeit schauen, wo wir bleiben, und uns jetzt was anderes für den Donnerstag suchen, vielleicht auch eine Festanstellung annehmen“, sagt Fiegenbaum, die aus Ladbergen zwischen Münster und Osnabrück stammt.

Wie es mit dem Markt nach der Fertigstellung des neuen Rathausplatzes weiter geht, stehe noch nicht fest, erklärt Verwaltungsmitarbeiterin Katharina Berker, die mit der Organisation des Marktes beauftragt ist. Das müsse die Politik zu gegebener Zeit entscheiden.

Fest steht aber, dass in der Zwischenzeit auf dem Schnurrenplatz kein Markt etabliert wird. „Der Platz bietet sich von der Infrastruktur nicht gut genug an und liegt auch zu weit weg. Wir haben alle Markthändler befragt und sie sagten, dass es ihnen dort oben zu weit weg wäre. Zudem kommen generell auch einfach zu wenig Leute auf den Markt“, erklärt Anja Wolf, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste. Ein Markt lebe davon, dass die Bürger alles auf einem Weg erledigen könnten und am Schnurrenplatz komme man nicht mal eben vorbei.

Zudem sei die allgemeine Tendenz, dass es kleinere Märkte immer schwerer hätten. Grundsätzlich möchte die Verwaltung jedoch an dem Marktangebot festhalten. „Es kann nur gut sein, wenn es ein zusätzliches Angebot gibt. Aber bei einem so kleinen Markt gestaltete sich die Konkurrenzsituation auch schon schwierig“, sagt Wolf.

Zu besten Zeiten verkauften bis zu neun Händler ihre Waren auf dem Marktplatz. Mit der Zeit wurden es immer weniger. Vor einem Jahr gab der Blumenhändler den Standort auf, dann der Obst- und Gemüseverkäufer. Mitte Juni stellten die Fischhändler Wehnes ihren Betrieb aus Altersgründen ganz ein.

„Und letzte Woche teilte Michaela Spano mit, dass sie mit ihrem mobilen Hofladen nicht mehr am Wochenmarkt teilnimmt. Für die verbliebenen Händler hat sich der Markt einfach nicht mehr gelohnt. Das war ein schleichender Prozess“, sagt Katharina Berker.

Von Alisa Kannapin

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