Zitronengelbe Turnschuhe

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Ihr in Kürze anstehender 66. Geburtstag fällt ihr deutlich leichter als der vorherige: Autorin und Journalistin Christine Westermann stellte am Donnerstag ihr Buch im PZ Löh vor.

Schalksmühle -  „Fernsehen macht wirklich ein bisschen üppiger!“ Wenn Frau wie im Falle von Christine Westermann, die am Donnerstagabend im Pädagogischen Zentrum Löh ihren Bestseller „Da geht noch was – Mit 65 in die Kurve“ vorstellte, noch dazu mit Konfektionsgröße 44 liebäugelt: Nun, dann sieht die Frau aus dem Fernsehen halt üppig aus.

Von Monika Salzmann

Natürlich nur auf dem Bildschirm, nicht in der Realität… Charmant mit ihren Pfunden wuchernd, beantwortete die beliebte Radio- und Fernsehjournalistin erfrischend selbstironisch und humorvoll unausgesprochene Zuschauerfragen. „Wie sieht die aus, die Frau aus dem Fernsehen? Und ist die wirklich so dick?“ Mehr brauchte es nicht als diesen lustigen Einstieg in einen heiteren, unterhaltsamen Abend mit leisen Zwischentönen – schon hatte die sympathische Wahl-Kölnerin, noch etwas heiser von einer gerade überstandenen Kehlkopfentzündung, gewonnen.

Wie im Flug verging der Abend, an dem sie Einblick in die Entstehungsgeschichte des Buches, Gedanken, Erlebnisse und Ereignisse rund um die schweren und leichten Momente des Älterwerdens gab.

Offen und ehrlich ließ Christine Westermann ihr überwiegend weibliches Publikum an der inneren Unruhe und der unbestimmten Traurigkeit, die ihr ständiger Begleiter während der drei Jahre vor Niederschrift des Buches waren, teilhaben. Sie habe keine Tipps und keine Ratschläge, wie mit dem Alter umzugehen sei, bekannte sie. Allerdings habe sie für sich selbst passende Antworten gefunden. Der in Kürze anstehende 66. Geburtstag falle ihr bedeutend leichter als der vergangene, um den es im Buch geht.

In Auszügen aus ihrem vor einem Jahr erschienenen Bestseller und Anekdoten/Geschichten aus ihrem Leben gewann die Grimme-Preisträgerin ernster Thematik humorvolle Seiten ab. Von zitronengelben Turnschuhen, Flatterarmen, Omabildern vergangener Zeit inklusive Kittelschürzen und Hüfthaltern schwer wie Ritterrüstungen, Smalltalkkünstlern wie Götz Alsmann (ihr Co-Moderator bei „Zimmer frei!“) und Smalltalkmuffeln wie sie selbst war die Rede.

Für sich selbst, ganz persönlich, fand Christine Westermann auf die Fragen: „Wo will ich noch hin in meinem Leben? Wo will das Leben noch mit mir hin?“, befriedigende Antworten. „Leben jeden Tag – hier, heute, jetzt“, war eine davon. Im Offensein für das, was kommt, und Aufgeben von Schubladendenken habe sie Wege gefunden, gelassener mit dem Älterwerden umzugehen.

Vor der Signierstunde („Ich signiere auch Eintrittskarten, Oberarme und alles, was sie mir hinhalten, am liebsten natürlich Bücher“) trug sich Christine Westermann ins Gästebuch der Gemeinde ein. Den Büchertisch stellte die Buchhandlung Kö-Shop aus Halver. Lange Schlangen bildeten sich vor dem Signiertisch. Erschienen ist das Buch der gebürtigen Erfurterin im Verlag Kiepenheuer & Witsch.

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