„Zeitlicher Druck in Sachen Primus ist groß“

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Ronald Achtsnick (Mitte) vom Architekturbüro „FUN“ stellte den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses das Farb- und Materialkonzept für die Primus-Schule vor.

Schalksmühle - Einen ganzen Packen an Material hatte Architekt Ronald Achtsnick vom Büro „FUN“ in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses dabei. Anhand von Farbkarten, Mustern und anderen Beispielen präsentierte Achtsnick den Mitgliedern des Ausschusses das Farb- und Materialkonzept für die Primus-Schule.

Gleich zu Beginn der Ausführungen warf ein Material Fragen auf: Das Lerchenholz, mit dem die Fassade des Turms, der als Element das Grundschul- mit dem Verbundschulgebäude verbinden wird, verkleidet werden soll. Das soll mit einer Vergrauungslasur bestrichen und mit Zwischenräumen angeordnet werden. Christian Backhaus von der CDU wollte wissen, wie sich das Holz verhält, wenn es mit Graffiti besprüht wird und gesäubert werden muss. Ronald Achtsnick sagte zu, das noch zu überprüfen.

Dietmar Dassler (FDP) fragte in diesem Zuge nach, was es für Erfahrungswerte mit dem Holz bezüglich der Pflege und der Folgekosten gebe. Achtsnick antwortete, dass Holz natürlich aufwendiger sei als ein anderes Material und es – sofern keine Lasur aufgebracht wird – alle fünf Jahre behandelt werden müsse. Es gebe aber genügend Beispiele, wo diese Art der Fassade funktioniere und einer der Gründe, warum sich die Planer für Holz entschieden hätten, sei, dass es ein ökologisches Material ist.

Nach der Präsentation diskutierten die Ausschussmitglieder zunächst darüber, ob sie, bevor sie die Umsetzung der Baumaßnahmen nach dem vorgestellten Farb- und Materialkonzept beschließen, noch eine Holzfassade besichtigen, wie sie für die Primus-Schule geplant ist. Letzlich befürwortete der Ausschuss mehrheitlich die Variante aus Holz, damit die Verwaltung die Maßnahmen auschreiben kann. Ein Besichtigungstermin wird trotzdem vereinbart.

Dietmar Dassler bemängelte im Anschluss, dass der Ausschuss momentan in Sachen Primus ad absurdum geführt werde. „Dass wir hier unter Zeitdruck entscheiden müssen, ist klar. Aber dass man uns hier Dinge präsentiert und so tut, als wenn wir Möglichkeiten hätten, ist lächerlich.“ Zurzeit verfahre der Ausschuss nach dem Prinzip „Augen zu und durch“, und das sei nicht seine Vorstellung von Kosten und Alternativen abzuwägen und dann zu entscheiden. Auch Ortwin Schmidt (UWG) sagte, dass er nicht zu 100 Prozent zufrieden mit diesem Vorgehen ist: „Wir haben hier etwas beschlossen, wovon wir alle keine Ahnung haben. Und wir haben es noch nicht mal gesehen.“

Ausschussvorsitzender Klaus Nelius (UWG) antwortete, dass er auch die Problematik, aber vor allem die zwingende Notwendigkeit sehe, zügig zu entscheiden, damit mit den weiteren Arbeiten begonnen werden könne.

Bürgermeister Jörg Schönenberg ergänzte, dass er verstehe, dass dieses Vorgehen für den Ausschuss nicht befriedigend ist. Man habe aber Sicherheitsventile wie den Lenkungskreis, in dem nicht nur Politiker, sondern auch Primus-Vertreter eingebunden wären, und in dem bereits einige Punkte der Entwurfsplanung hinterfragt wurden. Und man werde sicherlich bei den Ausschreibungen bei Produkten auch Alternativen zulassen. „Der Prozess läuft nicht ungebremst, aber es ist ein sehr hoher Zeitdruck. Der Bauausschuss kommt vielleicht ein Stück weit zu kurz, aber nicht die Politik.“

Einstimmig entschied der Ausschuss zudem die Ausarbeitung eines Sicherheitskonzept für die Primus-Schule. Dieses soll das Lehrerkollegium auf mögliche Krisensituationen wie beispielsweise einen Amoklauf vorbereiten. Die konkrete Ausgestaltung des Konzeptes ist laut Sitzungsvorlage „eine ausschließlich schulinterne Angelegenheit“, über die nicht berichtet werde.

Von Alisa Kannapin

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