Zauber des Vorlesens

SCHALKSMÜHLE ▪ Über die Bedeutung des Vorlesens von Geschichten sprach die Kinderbuchautorin Bärbel Löffel-Schröder beim Elterncafé des Kindergartens Hülscheid-Heedfeld. Die Mütter und Erzieherinnen lauschten zunächst dem Vortrag der Lüdenscheiderin, die selbst jahrelang als Leiterin eines Kindergartens arbeitete und mittlerweile mehrere Kinderbücher verfasst hat.

Darin erklärte sie, dass Vorlesen wichtig sei, um die Beziehung zu Kindern zu stärken und ihre Entwicklung zu fördern. Es helfe den kleinen Zuhörern auch, zur Ruhe zu kommen. Gerade in schwierigen Lebenssituationen, wenn sich die Eltern zum Beispiel scheiden lassen wollen, können Geschichten außerdem sogar einen therapeutischen Charakter haben.

Die Anwesenden bekamen zudem Tipps mit auf dem Weg, auf was beim Vorlesen zu achten ist. Neben einer ruhigen Atmosphäre könne es zum Beispiel sinnvoll sein, im Vorfeld ein Schild zu basteln, das beim Geschichten erzählen an die Tür gehangen wird. So könne zum Beispiel auch Geschwisterkindern signalisiert werden: Jetzt ist Ruhe angesagt.

Nach dem kurzen Vortrag kamen die Autorin und die Eltern auch ins Gespräch. Während Löffel-Schröder zum Beispiel Märchen nur bedingt geeignet für Kinder hält, weil sie zum Teil relativ grausam seien und Ängste auslösen könnten, sahen einige Mütter das ganz anders: Ihre Kinder würden ausdrücklich nach Geschichten mit Hexen und bösen Stiefmüttern verlangen, weil sie gerade diese spannend fänden. „Man muss mit den Kindern im Gespräch sein, über das, was man liest,“ erklärte die ehemalige Erzieherin. Dann könne das Gehörte besser verarbeitet werden – auch wenn es einmal etwas aufregender wird.

Eine Erzieherin berichtete beim Erfahrungsaustausch von einem lieb gewonnenen Ritual, das sie mit ihren Kindern zu Hause immer in der Vorweihnachtszeit habe: An den Sonntagen wird sich Zeit für ein „Adventsstündchen“ genommen, in dem weihnachtliche Geschichten vorgelesen werden. Auch andere Mütter erzählten von ihren Erfahrungen und so manches Elternteil nahm sich vor, die ein oder andere Anregung umzusetzen.

Und dass das Vorlesen bis ins Erwachsenenalter nichts von seinem Zauber verloren hat, zeigte sich, als die Mütter zum Abschluss von der Autorin einstimmig forderten, ihnen eine Geschichte vorzutragen.

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