Nessie von Schalksmühle: Phantom-Hund Charlie

Der Yorkshire Charlie ist der Phantom-Hund, der derzeit für reichlich Gesprächsstoff sorgt.

SCHALKSMÜHLE ▪ Große Kulleraugen, eine schwarze glänzende Knopfnase – so sieht sie aus, die Schalksmühler Nessie. Der Yorkshire Charlie ist der Phantom-Hund, der kreuz und quer in der Gemeinde auf- und abtaucht. Mal in Heedfeld, mal in Mollsiepen, mal an der Klagebach.

Es ist kühler Morgen. Drei Uhr. Am Golfplatz knistert und raschelt es. Ein winselndes Geräusch weckt Anwohnerin Christine Altrogge. Charlie. Der Yorkshire steht vor der Tür, will das Trockenfutter nicht, fordert nasses. „Der kleine Kerl ist wählerisch“, sagt Altrogge. Nach einer Stärkung ist er wieder weg. Lässt sich nicht anfassen, niemanden näher als einige Meter an sich herankommen. Charlie ist ein Streuner. Seit Wochen lebt er draußen – wild. Frisst Katzennäpfe leer und bettelt. Christine Altrogge: „Verhungern tut der nicht – viele füttern ihn.“ Einige Meter steht Charlie weg, beim Annähern nimmt er reißaus. Rennt wie ein Teufel. Kurze Zeit später taucht er im Dorf auf und wieder ab.

Inzwischen gibt es verschiedene Geschichten, die sich um Charlie – dessen Name angeblich auf dem Halsband steht – spinnen. Er soll Überbleibsel einer Wohnungsauflösung aus Kierspe und dann nach Lüdenscheid umgezogen sein, doch dort haute er ab. „Genaues wissen wir nicht – auch nur die Gerüchte. Ich habe aber das Gefühl, dass sich der Besitzer nicht interessiert – bei uns hat er sich bisher nicht gemeldet. Fakt ist, dass Charlie draußen lebt und sich nicht einfangen lässt“, sagt Anna-Lena Pieper, Leiterin des Tierheims Dornbusch. Er mache einen verwahrlosten Eindruck, habe vielleicht Würmer und Flöhe. Gefährlich sei der nahende Winter. Pieper: „Da sehe ich schwarz, draußen würde er den Frost wohl nicht überleben.“ Daher versuchen die Mitarbeiter des Tierheims das Tier zu fangen – ohne Erfolg. Auch mit einer vom Dortmunder Tierschutz geliehenen Lebendfalle konnte Charlie bisher nicht eingefangen werden. Derzeit werde versucht, ihn anzufüttern und dann zu fangen. „Je länger er draußen ist und sich selbst durchkämpft, desto wilder wird er“, sagt Pieper. Eine weitere Gefahr für den Hund ist der Autoverkehr – angeblich soll er bereits die Autobahnpolizei beschäftigt haben, weil er auf einem Zubringer der A45 unterwegs war. Auch das Ordnungsamt der Gemeinde ist inzwischen im Fall Charlie aktiv. Bis er gefasst ist, wird er wohl weiter mit Hilfe seiner Kulleraugen und Knopfnase Futter erhaschen und auf- und abtauchen.

Informationen zu Charlie nimmt das Tierheim Dornbusch unter der Telefonnummer 0 23 55 /63 16 entgegen. ▪ Matthias Clever

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