Wüste als Symbol der Fastenzeit

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Zahlreiche Gläubige nutzten die Gelegenheit zum konfessionsübergreifenden Dialog.

Schalksmühle - „Das Thema Wüste hat mit der Fastenzeit, aber vor allem mit Faszination zu tun.“ Auf die vielen Gesichter der Wüste und die Faszination, die von einer Wüste ausgeht, machte Pastor Fred Ritzhaupt von der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) am Mittwoch im Gemeindezentrum Erlöserkirche im Rahmen der dreiteiligen ökumenischen Gesprächsreihe zur Fasten- und Passionszeit aufmerksam. Gemeinsam mit Pfarrer Torsten Beckmann von der evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück betrachtete er mit der Wüste ein weiteres Symbol der Fastenzeit.

Mit einem persönlichen Erlebnisbericht einer Gruppenexkursion in den Negev in Israel stimmte er die zahlreich erschienenen Gläubigen – unter ihnen auch Gemeindemitglieder aus der katholischen Kirchengemeinde St. Thomas Morus und aus der evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld – auf eine Begegnung mit der Wüste ein. Die Stille und das Übernachten unter freiem Himmel habe seinerzeit alle Mitglieder der Reisegruppe zutiefst bewegt, berichtete Ritzhaupt.

Die Wüstenerfahrung habe bei allen tiefe Spuren im Leben hinterlassen. Für einige sei es sogar das bewegendste Erlebnis ihres Lebens gewesen. Von der persönlichen Erfahrung war der Weg zur Wüstenerfahrung des Volkes Israels, das laut alttestamentarischer Überlieferung 40 Jahre in der Wüste unterwegs war, nicht weit.

„Da ist das Volk mit Gott zusammengewachsen“, erläuterte Ritzhaupt. Von einer Schule der Abhängigkeit war die Rede. „Israel sollte lernen, mit Gott in einer Beziehung zu leben.“ Auch in der Bibelstelle 1. Könige 19, 1-13 (Elia am Horeb), die der FeG-Pastor der Versammlung auslegte, spielte die Zahl 40 eine besondere Rolle. „Der alttestamentarische Schreiber will an den Marsch durch die Wüste erinnern“, erklärte er. Weder im Sturm noch im Erdbeben habe Elia die Stimme Gottes erkannt, sondern im sanften, leisen Säuseln.

Pfarrer Torsten Beckmann (links) und Pastor Fred Ritzhaupt.

Mit der Parabel vom Mann in der Wüste, der mitten in einer Oase – die rettende Quelle in erreichbarer Nähe – stirbt, vertiefte Pfarrer Beckmann die konfessionsübergreifende Beschäftigung mit dem Wüstenthema. Beduinen, die den Verdursteten tot auffanden, schüttelten verwundert den Kopf. Einer fand die Erklärung: „Er war ein moderner Mensch. Er hat es nicht für möglich gehalten.“

Abschließend kamen die Gläubigen über eigene Wüstenerfahrungen – negative und positive – sowie die Fata Morgana als Lebenserfahrung und Oasen im persönlichen Leben miteinander ins Gespräch. Krankheit, Beziehungskälte, (bedrückende) Einsamkeit, Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit setzten sie dabei mit negativen Wüstenerfahrungen gleich. Einsamkeit könne auch etwas Positives haben, war zu hören. Oasen im Leben seien enorm wichtig. Am heutigen Freitag geht es ab 19.30 Uhr beim letzten Abend im Gemeindehaus Heedfeld um das Symbol der Quelle.

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