Wortführer und Gestalter aus Überzeugung

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Hans Lau blickt heute auf 80 ereignisreiche Lebensjahre zurück. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Vital, diszipliniert, voller Tatendrang – so feiert Hans Lau am Freitag, 25. März, seinen 80. Geburtstag. Er fährt jeden Morgen 20 Kilometer auf dem Ergometer, schwimmt 1000 Meter pro Woche und hat den Abschied von seinem letzten Ehrenamt für 2013 vorgesehen. Dann will er nach 30 Jahren nicht mehr Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Mathagen sein.

Der UWG-Mitbegründer und langjährige CDU-Ratsherr ist „dankbar, dass es mir so gut geht. Gründe dafür sind viele glückliche Zufälle und einige wundersame Bewahrungen in meinem Leben.“ Das Gott dabei seine Hand im Spiel hatte und hat, steht für den überzeugten Christen außer Zweifel.

Hans Lau stammt aus Riesenburg in Ostpreußen, dem heutigen Prabuty. Als Jugendlicher flüchtete er 1945 mit seiner Mutter Käthe und seiner Schwester Eva; der Vater Hans war Soldat in einem Lazarett. Sie verloren die Schwester und konnten sie erst ein Jahr später wieder in die Arme schließen. Die Familie Lau kam über Itzehoe nach Halver und nach Schalksmühle, wo Käthe Lau 1946 eine Stelle als Lehrerin erhielt.

Der Jubilar lernte und arbeitete zunächst bei Varta in Hagen und kam dann zu Kaiser nach Schalksmühle. Hans Laus Leben ist geprägt von Kontinuität und Geradlinigkeit: 53 Jahre verheiratet bis zum Tode seiner Frau 2006; 44 Jahre Presbyter in der evangelischen Kirchengemeinde; 40 Jahre im Schalksmühler Gemeinderat; 35 Jahre bei Firma Kaiser; 30 Jahre Verwaltungsrat der Sparkasse und seit 28 Jahren Vorsitzender der Siedler.

Hans Lau hat zu vielen Themen eine dezidierte Meinung, die er offensiv vertritt. Er ist ein Gestalter und hat das Gesicht Schalksmühles über Jahrzehnte mitgeprägt. In den meisten Gremien war er Vorsitzender, Sprecher, Wortführer: „Nur Mitglied und Mitläufer zu sein, hat mir nie gereicht“.

Genauso unumwunden kann er Fehler eingestehen und hegt manchmal Zweifel, ob so viel ehrenamtliches Engagement auf Kosten seiner Frau und seiner Kinder richtig war. Der Zusammenhalt in der Familie ist ihm wichtig, um krisenfest zu bleiben. Und die Enkel sollen wissen, „was der Opa so erlebt hat“. Deshalb hat er die Geschichte seiner Flucht aus Ostpreußen aufgeschrieben. Im Juli geht es wieder zum Besuch in die alte Heimat: „Darauf freue ich mich. Früher als Kinder haben wir nicht viel davon gesehen.“

Die Redaktion schließt sich den Glückwünschen an – und wünscht gute Reise. ▪ bomi

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