Wort, Satz und Sieg: Dichter im Duell

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Die Ideen kommen spontan  – daher schreibt Taria Rittinghaus sie direkt auf Stichwortzettel. Auch wenn sie gerade in der Küche tätig ist. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Eine Situation, ein Gedanke, eine Erinnerung. Daraus folgen Worte – Stichworte. Im Kopf formt sie eine Geschichte. Das Gedachte muss dann noch geschrieben werden.

Stichworte auf kleinen Zetteln sollen ihr dabei helfen. In der Küche, im Wohnzimmer oder am Esstisch – einzelne Worte helfen die Gedanken zu rekonstruieren. „Oft nimmt dabei die Geschichte noch eine Wandlung. Dann bin ich selbst erstaunt, was dabei raus kommt“, sagt Taria Rittinghaus. Die 29-Jährige schreibt Kurzgeschichten. Über das Liebe, das Leben – etwas zum Lachen.

Angefangen hat die Schalksmühlerin, um für ihre beiden Kinder besondere und lustige Momente festzuhalten. Vor fünf Jahren war das. „Meine Familie, Freunde und Bekannte haben meine Geschichten gelesen und mich ermutigt, etwas zu veröffentlichen“, erzählt Rittinghaus. In einem Internet-Blog veröffentlichte sie ihre Werke. Vor zwei Jahren nahm sie an einem regionalen Kurzgeschichtenwettbewerb teil – und gewann. Lesungen und Auftritte im Vorprogramm einer Kabarettistin folgten. Im vergangenen Jahr ist sie auf ein „Poetry Slam“ in Lüdenscheid aufmerksam geworden. Das ist ein literarischer Wettbewerb, bei dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Die Zuhörer küren anschließend den Sieger.

Bei dem „Dichterwettstreit“ erlangte sie direkt die Bronze-Medaille. „Es ist einfach toll, vor einem Publikum zu stehen und zu merken, dass man den Nerv der Leute trifft“, sagt die 29-Jährige, die selbstironisch auch über das Älterwerden schreibt, davon, dass sie in diesem Jahr 30 Jahre wird.

Aber auch von Kindheitserinnerungen, von ihrem Kaninchen Mucki, dass geschlachtet worden ist. In einem Abschiedsbrief schreibt sie in ihrer Kurzgeschichte: „Mein Vater ist ein blöder Sack mit deiner dich kochenden Mutter im Doppelpack. (...) Oh Mucki ich muss dir was sagen – du liegst in meinem Magen.“ Selbstironisch, kritisch und vor allem frisch präsentierte sich Taria Rittinghaus auch beim zweiten Poetry Slam am Freitag in Lüdenscheid. Dort erreichte sie wieder den dritten Platz. ▪ mc

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