Fachkräftemangel bedroht das Firmen-Know-how

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Jan-Luka Wagner ist im dritten Ausbildungsjahr zum Werkzeugmechaniker. Die Lumberg Holding unterstützt ihn am Standort Schalksmühle bei seiner beruflichen Entwicklung.

Schalksmühle - Seit 2015 arbeitet Jan-Luka Wagner bei der Lumberg Connect. Er absolviert seine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker. Und er ist stolz, ein Teil der Unternehmens-Familie zu sein. Mit ihm und den anderen Auszubildenden geht der Betrieb den Fachkräftemangel in seiner Branche an. Bei der Woche der Ausbildung, die gemeinsam mit der Agentur für Arbeit veranstaltet wird, zeigt das Unternehmen, was seine Personalstrategie ist.

Der gebürtige Altenaer Jan-Luka hat mit seinen 19 Jahren einen klaren Blick auf seinen beruflichen Werdegang. Erst die Ausbildung, zu der er über ein Praktikum gekommen ist, und dann eventuell ein Studium im Bereich Maschinenbau. „Ich habe schnell gemerkt, dass ein Bürojob nichts für mich ist. Mein Vater ist Industriemechaniker, aber mir liegt der Werkzeugbau mehr.“ Da der Azubi neben der Ausbildung auch sein Fachabitur macht, stehen ihm fast unbegrenzte Entwicklungsmöglichkeiten zur Verfügung. 

Die Verantwortlichen der Woche der Ausbildung: Kerstin Pfaff (von links), Uwe Crépon, Meike Schmidt, Jan-Luka Wagner, Bürgermeister Jörg Schönenberg, Kerstin Kühnholz und Martin Eilbrecht.

Doch nicht alle Jugendlichen haben ihre Laufbahn so fest im Blick wie Jan-Luka. Deshalb hat die Agentur für Arbeit die bundesweite Aktionswoche ins Leben gerufen. Dabei soll die Ausbildung forciert sowie Unternehmen und junge Menschen zusammengebracht werden. Gerade die Firmen sieht Kerstin Pfaff vom Arbeitgeberservice in der Pflicht. „Arbeitgeber müssen aktiv um Mitarbeiter und Auszubildende werben. Die Zeichen der Zeit müssen erkannt und Maßnahmen umgesetzt werden“, sagt Pfaff im Rahmen eines offiziellen Termins am Stammsitz Lumbergs im Schalksmühler Gewerbepark. Das Unternehmen gelte als Beispiel, wie man heute handeln sollte. 

Meike Schmidt, geschäftsführende Gesellschafterin und Unternehmensführung in der dritten Generation: „Termine wie die Woche der Ausbildung sind sehr wichtig. Sie zeigen, welchen Bedarf an Fachkräften wir haben.“ Gerade das Erkanntwerden durch die Jugendlichen ist enorm entscheidend für das Unternehmen. „Wir sind nicht Porsche oder Audi. Aber wir stecken auch in Porsche oder Audi“, erklärt Meike Schmidt, dessen Betrieb unter anderem in den Bereichen Automobiltechnik, Gebäudetechnik, Hausgerätetechnik und Mobilfunktechnik tätig ist. „Technologie heißt Know-how. Auch unser Unternehmen hat einen Altersdurchschnitt von 45 Jahren. Wir müssen junge Kräfte nachziehen, um unser Wissen im Betrieb zu halten. Deshalb ist es wichtig für uns, junge Menschen anzusprechen und mit den Schulen zu kooperieren und so auch zu einem außerschulischen Lernort zu werden.“ 

Lockangebote für Azubis wolle man bei Lumberg nicht. Doch Martin Eilbrecht, zuständig für die Ausbildung im Unternehmen, weiß, dass es ein harter Wettkampf um die wenigen „Willigen“ in der Branche gibt. „Deshalb stellen wir auch die vielen Werdegänge in unserem Haus heraus.“ Auch das Zurückgreifen auf Jugendliche, die beispielsweise schulische Defizite aufweisen, muss gemacht werden, ergänzt Kerstin Pfaff, die zahlreiche unterstützende Programm für solche Fälle anbieten kann. „Auch solche Jugendlichen muss man sich anschauen. Immerhin können wir bei uns auch nicht jede Stelle besetzen.“, betont in diesem Zuge Meike Schmidt. 

Das Kerngeschäft der Firma Lumberg: Steckverbindungen für die Elektrotechnik.

Dass die heimische Industrie einen besonderen Stellenwert hat, das merkte Bürgermeister Jörg Schönenberg an. „Wir sind stolz auf die Familienbetriebe. Ohne diese geht die Gemeinde zugrunde. Sie tragen durch die Gewerbesteuer auch zum Leben und zur Kultur in Schalksmühle bei. Wir brauchen dort fähige Köpfe. Der Mittelstand ist neben dem dualen Bildungssystem eine Stärke Deutschlands. Wir müssen uns auch öffnen für alle.“ So tragen Personen wie Meike Schmidt, aber auch Jan-Luka, zum Wohlstand der Gemeinde und der Region bei.

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