Schalksmühle

Primusschule: Wohin führt der Weg?

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Die Zukunft des Schulversuchs Primusschule macht die Schalksmühler SPD erneut zum Thema.

Schalksmühle – „Quo vadis?“ – übersetzt „Wohin gehst du?“ – fragt die Schalksmühler SPD in einem Beitrag auf ihrer Internetseite mit Blick auf die heimische Primusschule. Damit brachten die Sozialdemokraten vor einigen Tagen ein Thema zurück in den Fokus, das im September vergangenen Jahres für Aufsehen sorgte.

In einer Falschmeldung, die angeblich vom Bildungsministerium stammen sollte, erklärte Schulministerium Yvonne Gebauer (FDP) das vorzeitige Aus für den Schulversuch Primusschule in Schalksmühle. Auf die Veröffentlichung dieser Fake-News, in dem behauptet wurde, dass das Ende des Schulversuchs Primus-Schule im Jahr 2024 seitens der NRW-Bildungsministerin gewünscht sei, sorgte für zahlreiche Reaktionen. Die Abgeordneten vieler Parteien, teilweise auch der Regierung, hatten für ihre jeweiligen Primus-Schulen Unterstützung zugesagt. 

SPD mit eindeutigem Standpunkt

Der Standpunkt der SPD Schalksmühle ist bis heute eindeutig. Eine erfolgreiche Schulform wie die Primusschule Schalksmühle muss erhalten bleiben, heißt es. Die entsprechende Gegendarstellung der Landesregierung betonte, dass letztendlich der Landtag entscheidet. Parallel dazu sprachen Bürgermeister Jörg Schönenberg und Fachbereichsleiterin Anja Wolf mit dem zuständigen Staatssekretär und Regierungsmitgliedern in Düsseldorf. Im Nachgang hierzu erklärte der Verwaltungschef, dass bis zum Ende 2019 von der Landesregierung einen Fahrplan für die Bildungseinrichtung geben werde. Bis heute liege dieser aber nicht, stellt die SPD fest und möchte Jörg Schönenberg an sein Versprechen erinnern und ihn gleichzeitig auffordern, bei der Landesregierung auf einen Zukunftsplan zu drängen. 

„Leider mussten wir in Schalksmühle feststellen, dass eine Regelschulform wie Haupt- oder Realschule alleine in der heutigen Zeit nicht mehr existieren kann. Auch der Versuch der Verbundschule, also Haupt- und Realschule an einem Standort, erwies sich als nicht erfolgreich. Die Erfahrungen mit der Primusschule seit ihrem Beginn im Jahr 2014 zeigen, dass diese Schulform für einen Ort wie Schalksmühle geeignet ist. Der Schulversuch hier bei uns kann durchweg als erfolgreich bewertet werden“, heißt es in dem Homepage-Eintrag. 

Die SPD weist daraufhin, dass am 25. März im Schulausschuss des Landtages über ein Gesetz zur Anpassung und Bereinigung schulrechtlicher Vorschriften (15. Schulrechtsänderungsgesetz)“ beraten wurde. Dies betrifft auch den Bereich Versuchsschulen. „Die Landesregierung strebt eine Änderung dahingehend an, dass Versuchsschulen dauerhaft durch das Land weitergeführt werden können. Dies bedeutet zwar keine Garantie für den Fortbestand der Primusschule, würde aber zumindest die Möglichkeit dazu auch über 2024 hinaus eröffnen. 

Was würde folgen?

Tatsächlich würde hier aber die Gemeinde Schalksmühle als Schulträger ausscheiden und das Land NRW als solcher einsteigen – mit allen sich hieraus ergebenden Konsequenzen bezüglich Ausrichtung und Durchführung des Unterrichtes. Speziell auf Schalksmühle zugeschnittene Inhalte des Primuskonzeptes könnten durch allgemeingültige Inhalte ersetzt werden. Eine Garantie für den dauerhaften Fortbestand der Primusschule Schalksmühle wäre dies auch nicht. Die SPD stellt sich die Frage, was eventuell, wenn der Schulversuch eingestellt wird, nach der Primusschule folgen könnte. Wenn man die Erfahrungen aus der Zeit vor der Primusschule berücksichtige, blieben Sekundarschule oder Gesamtschule. Mit Blick auf die Gymnasien und Gesamtschulen im Umkreis erscheine den Sozialdemokraten der Erfolg einer Gesamtschule in Schalksmühle mehr als fraglich. 

Sekundarschulen bestehen wie andere Schulformen aus Klassenverbünden. Diese können in Ausnahmefällen auch durch teilintegrierte oder kooperative Unterrichtsorganisation in gemeinsamen Lerngruppen geändert werden. „Auch hier stehen wir mit Sekundarschulen in Halver und Breckerfeld, also in unmittelbarer Nähe, im Wettbewerb. „Wir stehen zur Primusschule Schalksmühle, genauso wie unser direkt gewählter SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas. Wir werden alles uns mögliche tun, um die Fortführung nach Beendigung des Versuchszeitraumes sicherzustellen. Gleichzeitig hoffen wir hier auf die Unterstützung der anderen, nicht nur regional vertretenden Parteien im Landtag und deren Landtagsabgeordnete. Dabei verschließen wir uns auch nicht der Diskussion um mögliche andere Schulformen, die einen dauerhaften Bestand des Schulstandortes Schalksmühle gewährleisten“, heißt es abschließend.

Corona-Krise lässt Prozess andauern

Bürgermeister Jörg Schönenberg reagiert auf die Aufforderung der SPD, bei der Primusschule Klarheit zu schaffen und einen Fahrplan für die Zukunft vorzulegen (wir berichteten). Da der Schulversuch im Jahr 2014 gestartet und auf zehn Jahre festgelegt wurde, stellt sich allmählich die Frage, wie es weiter geht. Selbstverständlich sei die Primusschule nicht in Vergessenheit geraten. Er versichert, dass hinter den Kulissen ein Prozess im Gange sei, der noch bis zum Herbst laufe. „Ich finde es wichtiger, im Hintergrund sauber zu arbeiten, als in der Öffentlichkeit Porzellan zu zerschlagen. Wir werden rechtzeitig öffentlich über Ergebnisse informieren.“ 

Aufgrund der Corona-Krise stehe die Primusschule beim Ministerium derzeit nicht an erster Stelle. Er sei aber guter Dinge, da man auf einem guten Weg sei. Auf diesem arbeite er mit der Schulleitung und dem Fachbereich eng zusammen. Diese Arbeitsweise sei auch mit den Fraktionen abgestimmt. „Ich bin mir sicher, dass die Form des jahrgangsübergreifenden Unterrichts und das selbstbestimmte Lernen wie auch immer über das Jahr 2024 hinaus fortgesetzt werden.“

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