Freimuth: „Wir wollen gestalten“

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Haben nicht nur Pläne für Schalksmühle, sondern auch für den Märkischen Kreis: FDP-Landratskandidatin Angela Freimuth und der Vorsitzende der FDP Schalksmühle, Jan Schriever.

Schalksmühle - „Ich sehe, dass im Märkischen Kreis zu viele Ressourcen brachliegen. Dabei haben wir hier gute Rahmenbedingungen, die vieles ermöglichen“, sagt Angela Freimuth, FDP-Landtagsabgeordnete, stellvertretende Landesvorsitzende der Liberalen und nun auch Kandidatin für den Posten des Landrats.

Was und wie sie etwas in der Kreispolitik ändern möchte, verriet Freimuth gemeinsam mit Jan Schriever, Vorsitzender der FDP Schalksmühle und Kreistagskandidat, im Gespräch mit Lokalredakteurin Alisa Kannapin.

Die Konkurrenz ist nicht gerade klein: Sechs Politiker wollen am 25. Mai Landrat werden. Neben Angela Freimuth werfen Amtsinhaber Thomas Gemke (CDU), Lutz Vormann (SPD), John Haberle (Grüne), Josef Filippek (Linke) und Joachim Kleppisius (NPD) ihren Hut in den Ring. Die FDP zeigt sich optimistisch. „Wir sind froh, dass wir mit Angela Freimuth eine erfahrene Politikerin präsentieren können, von der wir überzeugt sind, dass sie einen ganz anderen Politikstil in den Kreistag einbringen wird.“

Dass das dringend nötig ist, zeige sich nicht zuletzt an der Schließung des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs in Altena. „Das war eine Hauruck-Aktion, eine Basta-Politik von Bürokraten organisiert“, findet Jan Schriever deutliche Worte. Da sei kein Prozess moderiert und Betroffene abgeblockt worden. „Das war das Bild, das die beiden großen Parteien CDU und SPD da geboten haben – im Schatten ihrer Landratskandidaten, von denen der eine noch sagte, er habe damit nichts zu tun“, sagt Schriever und Angela Freimuth ergänzt: „Das ist der Teil an Lauterkeit, der bei den Bürgern nicht nur Fragen, sondern auch Ärgernis hervorruft.“

So könne man in Zukunft die Menschen nicht für Prozesse und Politik begeistern. Dabei stehe der Kreis vor einer schwierigen Situation angesichts der demografischen Entwicklung. „Wir verlieren bis 2030 rund 25 Prozent unserer Bevölkerung. Hier müssen gemeinsame Lösungen gefunden werden, was nur im Dialog mit den Fraktionen im Kreistag, mit den Kommunen und den Bürgern gelingt.“

Es gebe im Kreis interessensstarke Kommunen und da komme es darauf an, Prozesse aktiv zu moderieren, um interkommunale Zusammenarbeiten zu ermöglichen. Das sei vor allem im Hinblick auf die schwierige Situation bei der Landesentwicklungsplanung wichtig, die eher die Großstädte in Ballungsräumen bevorzuge. „Das verbaut uns in einem eher ländlich strukturierten Flächenkreis Perspektiven für die Entwicklung. Daher ist es um so wichtiger, dass sich die Kommunen als Kreis zusammenschließen und ihre Interessen vertreten“, erklärt die Schalksmühlerin.

Der Kreis habe eine leistungsstarke Wirtschaft und das sei ein Pfund. „Wir stellen viel zu wenig nach außen, was wir für eine innovative Wirtschaft vor Ort haben. Da kann man mehr Pep in die eigene Bewerbung reinbringen“, findet Freimuth. Die Regionale 2013 habe bereits gezeigt, dass man sehr erfolgreich Menschen für Projekte gewinnen könne, wenn das Kirchturmdenken außen vor bleibe. „Wir haben da im Kreis aber noch gehörigen Nachholbedarf.“

Perspektiven für Kinder im Kreis schaffen

In Schalksmühle sei dieser Pep schon gut erkennbar, erklärt Schriever. „Mit dem Volmepark entsteht eine Visitenkarte für den Ort. Dazu kommt die Primus-Schule oder die Neugestaltung des Rathausplatzes. Wir investieren viel, und jetzt geht es darum, mit Selbstbewusstsein die Investitionen mit Leben zu füllen.“ Und sagt nicht ohne Stolz: „Was Projekte anstoßen und erfolgreich Schwung reinbringen angeht: Das können wir.“

Das müsse nun auch im Kreisgebiet passieren. Es reiche nicht, Prozesse zu verwalten. „Wir haben auch einen Gestaltungswillen. Wir wollen, dass unsere Kinder im Kreis ihre Lebensperspektive finden können“, sagt Freimuth. Durch die Knappheit an Kindern entstehe zwischen den Kommunen auch eine Wettbewerbssituation, wo ein sachgerechter Ausgleich nötig sei. Deshalb sei auch eine regionale Entwicklungsplanung so wichtig, weil sie langfristig Perspektiven eröffne. „Ich bin auch überzeugt, dass wir eine andere Finanzpolitik brauchen, um die Interessen nachfolgender Generationen in den Blick zu nehmen.“

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