Senioren-Wohngemeinschaft zieht erste Bilanz

Einige der Bewohner der Senioren-Wohngemeinschaft Schalksmühle, im Hintergrund (von links) Gudrun Schwarz, Betreuungsleiterin, Inge Schmidt, ehrenamtliche Mitarbeiterin und Andrea Lehmann, stellvertretende Leiterin des Bereichs Pflege. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Wenn der Mensch älter wird, Hilfe bei alltäglichen Dingen wie Wäsche waschen oder einkaufen benötigt, steht den meisten Senioren ein Umzug bevor: in ein Altenheim. Dass das nicht immer der letzte Ausweg sein muss, zeigt seit dem vergangenen Jahr die Senioren-Wohngemeinschaft, kurz WG, des Diakonischen Werkes Bethanien.

Diese modellhafte Wohngemeinschaft ist in dieser Form bisher einmalig im Märkischen Kreis. Am 1. Juni 2011 waren die ersten Bewohner in die WG eingezogen. Nun, acht Monate später, kann eine erste Bilanz gezogen werden. Und die ist durchweg positiv.

Helle Räume, warme Farben, eine gemütliche Wohnküche und ein schöner Garten – so lässt es sich doch leben. Momentan sind zehn feste Bewohner in der WG zu Hause. Mit anderen Worten: die Gemeinschaft ist restlos ausgebucht. Bereits nach zwei Monaten war die WG vollbelegt. „Wir führen bereits eine Warteliste mit Menschen, die gerne bei uns einziehen möchten“, erklärt Gudrun Schwarz, die verantwortlich für die Betreuung der Senioren ist. Das Erfolgsrezept: älteren Menschen mit Pflegebedarf ein selbstbestimmtes Leben in familärer Umgebung ermöglichen. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer, das mit den Möbeln aus dem früheren Zuhause eingerichtet werden kann. Das ausgebildete Personal bietet Hilfestellungen an, doch was die Senioren noch selbst tun können, erledigen sie auch selbst. Die WG-Bewohner werden rund um die Uhr vom Pflegedienst betreut. Auch dem Personal kommt diese andere Herangehensweise der Betreuung entgegen. „Ich habe vorher im stationären Bereich der Altenpflege gearbeitet und finde es toll, dass ich die Bewohnern dort unterstützen kann, wo sie wirklich Hilfe benötigen“, erklärt Slavica Schedel, Leiterin des Pflegedienstes. „So kann ich ihnen den Respekt entgegen bringen, den sie auch verdienen.“ In Altenheimen sei das Pflegepersonal stark an Zeiteinheiten gebunden, die erfüllt werden müssen. Da bliebe der respektvolle Umgang leider viel zu oft auf der Strecke.

Die Bewohner nehmen an einander Anteil

Der wichtigste Vorteil der WG ist aber: die Senioren leben nicht allein, sondern in einer Gemeinschaft. „Unser Ziel war es, zu einer Familie zusammen zu wachsen und das haben wir geschafft“, freut sich Gudrun Schwarz. Nachdem die Bewohner mental in ihrem neuen Zuhause angekommen waren, sei man schnell zu einer harmonischen Gruppe geworden. „Die Bewohner achten auf einander, besuchen sich gegenseitig in ihren Zimmern. Man nimmt an einander Anteil“, erklärt die Betreuungsleiterin, die auch Initiatorin des Projektes war. Das erste gemeinsame Weihnachtsfest und der Jahreswechsel wurden in der WG zusammen mit Gästen und Angehörigen gefeiert. Auch von außen kämen immer wieder positive Rückmeldungen. „Wir hören immer wieder, dass innerhalb der WG eine ganz andere Atmosphäre herrsche“, berichtet Gudrun Schwarz. Das typische Altenheim-Gefühl käme nicht auf. „Unsere Senioren fühlen sich einfach wohl und aufgehoben.“

Trotz aller Gemeinschaft erhalten die WG-Bewohner immer die Möglichkeit sich zurück zu ziehen und für sich zu sein. Jeder lebt seinen eigenen Rythmus. „Ich schätze das sehr“, erklärt Marianne vom Hofe, eine der Bewohnerinnen. Sie ziehe sich auch mal gern zurück, erledige Schreibarbeiten oder lese ein Buch, da komme ihr das Team sehr entgegen und lasse ihr die Ruhe, die sie manchmal braucht.

Weitere Informationen zur Senioren-WG sind bei Pflegedienstleiterin Nicole Rieger unter der Telefonnummer 0 23 51/4 33 34 48 erhältlich. ▪ aka

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