Winterfest-Schlägerei: Verfahren eingestellt

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Schalksmühle/Lüdenscheid - Weil er am 22. Februar einen Streit am Rande des Winterfestes auf dem Rathausplatz schlichten wollte, geriet ein 20-jähriger Schalksmühler zwischen die Fronten.

Dabei erlitt er einen Schnitt zwischen Nase und Wange. „Das ist dann wohl nach hinten losgegangen“, kommentierte der Zeuge gestern im Amtsgericht Lüdenscheid seinen Vorstoß.

Das Verfahren gegen einen der Kontrahenten wurde bereits vorläufig eingestellt gegen eine Geldauflage von 400 Euro. Nun musste sich noch ein 23-Jähriger wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verantworten. Laut Anklage sollte er auf dem Platz vor dem Rewe-Markt den Zeugen festgehalten haben, damit sein Mittäter kraftvoll zuschlagen konnte.

Rauferei habe ganz plötzlich angefangen

Er habe niemanden gehalten, versicherte der Angeklagte. Ganz plötzlich habe die Rauferei angefangen – „als ich mich umdrehte, lagen die schon auf dem Boden.“ Der Geschädigte zeigte ebenfalls große Neigungen, die Geschichte auf sich beruhen zu lassen: „Wir haben keinen Krach mehr, wir haben uns wieder vertragen.“

Ein weiterer Zeuge blieb in seinem Erinnerungsvermögen weit hinter dem zurück, was er noch bei der Polizei gesagt hatte: „Ich weiß echt von gar nichts mehr.“ Das relativierte sich noch ein wenig: Der Zeuge wusste noch, dass es eine Schlägerei gegeben hatte, und dass er und andere „ein bisschen Alkohol getrunken“ hatten. Richter Thomas Kabus fasste zusammen: „Es war eine Schlägerei unter Kollegen. Keiner hat mehr ein großes Interesse daran.“

Angeklagter beschwert sich

Eine im August gegen den Angeklagten wegen anderer Taten verhängte Gesamtstrafe von 110 Tagessätzen zu je 20 Euro erleichterte die Entscheidung, das Verfahren einzustellen. Der junge Mann nahm das zum Anlass, sich darüber zu beschweren, dass er am frühen Morgen direkt nach der Nachtschicht von der Polizei eingefangen worden war. Der Richter erläuterte ihm freundlich die Gründe: Bei einem vorangegangenen Gerichtstermin war der 23-Jährige mit dem Verweis auf eine Grippe nicht erschienen. Ein Attest hatte er aber nicht nachgereicht.

Auch für die eingeforderte Entschädigung für die erlittene Strafverfolgung schien es nicht einmal in moralischer Hinsicht gute Gründe zu geben. Der Angeklagte durfte sich nach dem Gerichtstermin aber immerhin gründlich ausschlafen.

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