Sicherheit in luftiger Höhe

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Schalksmühle - Aus noch ungeklärter Ursache geriet Mitte Januar in Ostfriesland eine Windenergieanlage (WEA) in Brand. Zu Schaden kam dabei niemand. Doch wie sicher sind Windräder eigentlich? Unsere Zeitung hat bei einem der größten Hersteller nachgefragt.

Während des Brandes der Anlage, die eine Nabenhöhe von 98 Meter hat und im Jahr 2002 in Betrieb genommen worden war, waren alle Beteiligten zum Zusehen verdammt. Die alarmierte Feuerwehr ließ das Windrad kontrolliert abbrennen und sicherte das Gelände. „Wir würden in so einem Fall das Gelände absperren und heruntergefallene Teile ablöschen“, erklärt Marc Fürst, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle. 

Blitzschlag oder technischer Fehler 

Die Einsätzkräfte sind angesichts der Höhen solcher Anlagen machtlos. Selbst die höchste Drehleiter sei nicht höher als 60 Meter, schätzt der Feuerwehrmann. In Ostfriesland entstand lediglich Sachschaden in noch unbekannter Höhe. Als Ursache ziehen Experten generell äußere Einwirkung durch Blitzschlag und technische Fehler in Betracht. 

„Bezogen auf die Zahl der Betriebsstunden, die eine WEA im Laufe ihrer Betriebslebensdauer von in der Regel mindestens 20 Jahren ohne Störungen leistet, sind solche Ereignisse jedoch die absolute Ausnahme“, sagt Felix Rehwald, Unternehmenssprecher bei Enercon. Die Firma hat erst kürzlich in Rölvede im Auftrag von Ruhrwind III GmbH & Co. KG eine Anlage von 180 Metern Höhe und einem Rotordurchmesser von 127 Metern errichtet – Baukosten rund 5,5 Millionen Euro. 

Um Brände zu verhindern, seien moderne WEA mit umfangreicher Sensorik ausgestattet, die ihre Daten – etwa Temperaturwerte in verschiedenen Baugruppen – per Fernüberwachung an die Leitwarte meldet. Bei etwaigen Abweichungen von den Sollwerten, zum Beispiel im Falle eines Temperaturanstiegs, lasse sich eine Anlage umgehend stoppen. 

Löschsysteme in Gondel 

„An sensiblen Standorten wie Waldstandorten schreiben die Genehmigungsbehörden gegebenenfalls Löschsysteme in der Gondel vor. Dabei handelt es sich meist um CO2-basierte Systeme. An allen anderen Standorten erfolgt die Ausrüstung der WEA mit solchen Systemen optional auf Wunsch des Betreibers“, erklärt Sprecher Felix Rehwald die Sicherheitsvorkehrungen.

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