Windräder am Worthberg

Windkraft-Gegner wollen aktiv bleiben - Verunsicherung in der Bevölkerung

Windräder Worthberg Schalksmühle Windkraft Symbolbild
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Die drei geplanten Windräder am Worthberg sind immer wieder Themen.

Die neuesten Ereignisse um die drei von der EnBW geplanten Windräder auf dem Worthberg zwischen Halver und Schalksmühle haben in der Bevölkerung für noch mehr Verunsicherung gesorgt. Dieser Meinung sind die Verantwortlichen des Vereins Windvernunft, der die Menschen weiterhin über die Gefahren, die von diesen Anlagen ausgehen, aufklären möchte.

Schalksmühle/Halver – Nachdem der Rat sein gemeindliches Einvernehmen zu dem Antrag des Energiekonzerns nicht gegeben und für einen Zurückstellungsantrag zum Zweck der möglichen Einführung von Vorrangzonen für zukünftige Windkraftanlagen gestimmt hat, sieht sich die Bürgerinitiative gezwungen, den „Stand der Dinge“ zu vermitteln, wie es Joachim Schindler betont. „Viele Bürger kommen einfach nicht mehr mit. Sie haben Angst vor den Anlagen.“ Diese Unwissenheit gehe durch alle Gesellschaftsschichten. So hätten gerade auch viele junge Menschen Sorge um ihre Heimat. Sie wollen volle Mitbestimmung und dem Klimawandel für Mensch und Natur verträglich entgegentreten.

Laut den Vereinsvertretern läuft der Bauantrag durch EnBW. Er liegt dem Märkischen Kreis als Genehmigungsbehörde vor. Sie prüfe den Antrag nun auf Plausibilität. „Kritisch hinterfragt wird er aber von keiner Stelle“, sagt Dr. Wolfram Steinke. „Gutachten, etwa zur Umweltverträglichkeit, gibt nur der Antragsteller in Auftrag. Diese wird dann nur dem Naturschutzbeirat vorgelegt“, ergänzt Klaus-Peter Wiebusch.

Die Aktiven des Vereins Windvernunft, Dr. Wolfram Steinke, Renate Sikora, Joachim Schindler und Klaus-Peter Wiebusch (von links), möchten die Bürger weiterhin über die Gefahren durch die geplanten Windräder auf dem Worthberg aufklären.

Am 31. August endet für die Bürger die Einwendefrist. Am 16. September findet im Kulturhaus in Lüdenscheid ab 9 Uhr eine öffentliche Anhörung stand, bei der alle Einwende, die bis dahin gemacht wurden, kommentiert werden. Jeder, der Einwende eingereicht hat, hat dann auch Rederecht. Der Kreis kann anschließend entscheiden, ob noch etwas zum Antrag nachgereicht werden muss.

Der Verein sieht eine große Bandbreite an möglichen Einwänden, etwa in den Bereichen Gesundheitsgefährdung, Brandgefahr, Eiswurf, Schallemissionen oder Schattenschlag. „Die Verantwortlichen halten mit diesen Punkten immer hinterm Berg“, meint Renate Sikora.

Der Versuch, das eigene Geschehen in die Hände zu nehmen

Die Mitglieder des Vereins weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Prozess noch nicht vorbei sei. Weitere Windräder würden folgen, sagt der Biologe Wolfram Steinke. Deshalb versuche auch die Gemeinde durch die Einrichtung von Vorrangszonen das weitere Geschehen wieder in die eigenen Hände zu bekommen, ist sich Klaus-Peter Wiebusch sicher. „Als die Zonen 1997 aufgehoben wurden, hat sich darüber keiner Gedanken gemacht, dass die Anlagen einmal bis zu 300 Meter hoch werden können.“ Es sei zu befürchten, dass in 20 Jahren beim Repowering diese Höhen erreicht werden können.

Die Initiative treffe sich fast jeden Sonntag. Es sei für sie eine Gewissensfrage. Man müsse immer die Schaden-Nutzen-Relation der Windkraft im Rahmen der Energiewende betrachten. Der Verein weist auf zahlreiche Alternativen wie Wärmepuppen, Geothermie, Tiefenbohrungen oder Fotovoltaik hin. Windkraft könne nur ein Teil einer Gesamtlösung sein, so Joachim Schindler. „Sie ist nicht alternativlos. Es muss eine Bündelung von Alternativen geben.“

Der Verein Windvernunft ist auf der Suche nach personeller und finanzieller Unterstützung. Interessierte können im Internet unter Windvernunft Halver-Schalksmühle Kontakt zu den Verantwortlichen aufnehmen.

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