Wildschweine verursachen Schäden in Schalksmühle und Halver

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Immer häufiger halten sich Wildschweine nicht nur wie hier im Wald auf, sondern kommen auf der Suche nach Futter auch in Wohngebiete.

Halver/Schalksmühle - Sie hinterlassen meist eine Spur der Verwüstung und auch Maschendrahtzäune halten sie nicht auf. Immer häufiger treibt es Wildschweine auf ihrer Suche nach Nahrung in Wohngebiete. In Schalksmühle und Halver berichten die Jäger von einer landestypisch hohen Population.

„Das Phänomen, dass Wildschweine in Städte wandern, kommt immer häufiger vor“, weiß Thimo Lückmann, Presseobmann des Hegerings Schalksmühle-Hülscheid. „Glücklicherweise“ seien in Schalksmühle bisher relativ wenige Grundstücke von Wildschweinen verwüstet worden. 

Anders sieht es in Halver aus. „Immer wieder kommt es zu Schäden durch Wildschweine“, weiß Jürgen Schmidt, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit des Hegerings Halver. Die Löcher, die die Tiere graben, seien bis zu 20 Zentimeter tief. Erst vergangenen Samstag habe er Schäden beseitigen müssen.

Für die hohe Wildschweinpopulation nennen die beiden Experten verschiedene Gründe. Zum einen seien die Lebensräume der Tiere immer häufiger „verinselt“. „Damit meine ich, dass sie oft von Straßen und Wohngebieten begrenzt werden“, erklärt Lückmann.

Bejagung der Tiere ist schwer

Zum anderen sei die Bejagung der Tiere verhältnismäßig schwer. „Wildschweine sind extrem scheu und klug.“ Dieses Problem kennt auch Schmidt. Er sagt: „Es hilft nur die intensive Bejagung. Doch die ist äußerst schwierig.“ Jäger bräuchten beispielsweise erst einmal das richtige Equipment, um die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere zu jagen. Ende November sei eine revierübergreifende Drückjagd auf Schwarzwild geplant. „So wollen wir den Bestand reduzieren.“ 

Die Lebensbedingungen für Wildschweine seien momentan extrem gut. „Wegen der kurzen Winter in den vergangenen Jahren wurde die Population kaum dezimiert.“ Auch die „intensive Landwirtschaft“ trage zu der sehr hohen Population bei. „Überall entwickeln sich Monokulturen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Mais. Die großen Felder bieten das ideale Nahrungsangebot für Wildschweine“, erklärt Lückmann. 

Grundstücke richtig sichern 

Da beispielsweise viele Feldfrüchte langsam zur Neige gingen, würden die Tiere auf der Suche nach tierischen Eiweißen – wie Käfern und Würmern – immer häufiger die Wiesen umgraben. Für Haus- und Wohnungsbesitzer – besonders am Waldrand – hat Lückmann einige Tipps. 

„Grundstücke sollten möglichst fest eingezäunt werden. Maschendraht hilft da wenig, Wildschweine graben sich einfach drunter her. Außerdem sollten auf den Komposthaufen wirklich nur Gartenabfall und keine Früchte oder Küchenabfall landen. Wer Obstbäume hat, sollte regelmäßig die Früchte einsammeln.“ Trotzdem betonen die beiden Experten Lückmann und Schmidt, dass sich „die Wildschweine am Ende ihren Weg“ suchen würden. „Man kann sie letztendlich kaum aufhalten.“

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