Widerstand gegen Sex-Club

Kein "Paradies für organisierte Kriminalität"

SCHALKSMÜHLE ▪ Die Gegner des Erotik-Clubs in Kuhlenhagen gewinnen an Rückenwind. „Wir haben ein Vorkaufsrecht“, sagte Jens Stein am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung.

Nach der Hauptausschusssitzung am Montagnachmittag habe er am Dienstag direkt das Amtsgericht kontaktiert, um nach einem Grundbucheintrag zu fragen. Dies hatte nach Aussagen des Vereins vor vielen Jahren der damalige Vorsitzende und spätere Immobilienbesitzer Manfred Berker eingeräumt. Der TuS sei vor der angeblichen Veräußerung nicht gefragt worden, ob er das Vorkaufsrecht ausüben wolle. Das sei ein kleiner Hoffnungsfunken. Dennoch habe der Verein nicht das Geld, um die Immobilie selbst zu kaufen. Stein: „Wir hoffen auf Unternehmen und Schalksmühler, die uns in dem Punkt vielleicht unterstützen könnten.“

Doch selbst wenn der TuS Linscheid Heedfeld das Geld aufbringen könnte und das Gebäude letztlich kauft, ändert dies nichts an dem bestehenden Pachtvertrag. Laut Gemeindeverwaltung besteht dieser zwischen der Eigentümergemeinschaft und der Betreiberin. Das Vertragswerk sehe die Option eines Kaufes vor – dieser sollte im Dezember vollzogen werden. In der vergangenen Woche hatte sowohl die Betreiberin als auch die Eigentümergemeinschaft erklärt, dass der Verkauf bereits vollzogen sei. Falls nun der TuS ein Vorkaufsrecht hat, könnte der Sportverein zu den gleichen Bedingungen wie die Betreiberin des Erotik-Clubs einsteigen. Allerdings: „Kauf bricht nicht Miete“, dieser Grundsatz gelte auch weiterhin, hieß es im Hauptausschuss. Es könnte also zu einer paradoxen Situation kommen: Die Betreibergesellschaft könnte das Gebäude erstehen – damit sei sie letztlich die Vermieter des Erotik-Clubs – so lange, bis der Vertrag aufgelöst ist. Der Bürgermeister kündigte Montag an, in eine solche Betreibergesellschaft einzutreten. Die Gemeinde könnte dann im Extremfall jedoch über eine bestimmte Zeit zum Vermieter eines Bordells werden.

Diese Situation umschrieb Bernd Müller (UWG) am Montagnachmittag in der Hauptausschusssitzung: „Der Eigentümer hat mit der Verwaltung ein Spiel getrieben und sie überrascht.“

Um alle vorhandenen Fakten auf den Tisch zu legen und dann daraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen, soll Donnerstagabend ein Treffen stattfinden. „Wir wollen jetzt alle Register ziehen, damit das Etablissement nicht eröffnet“, meinte Jens Stein. Dazu soll sich der Widerstand jetzt formieren. Die Organisatoren hoffen darauf, dass Anwohner, Mitglieder der Siedlergemeinschaft und des Sportvereins, aber auch interessierte Bürger sich dort einbringen.

Letztlich gehe es darum, die Gefahr – ein „Paradies für organisierte Kriminalität“ (wie Sprecher aus der Bürgerschaft am Montag sagten) – zu verhindern. -  mc

Das Treffen findet Donnerstagabend ab 19 Uhr in der Gaststätte „Zum Sandmann“ statt. ▪ mc

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