Wettbewerbsnachteil Internet

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Diemunikationsstruktur lässt in Südwestfalen zu wünschen übrig. Das hat für die Industrie wesentliche Wettbewerbsnachteile zur Folge. Die CDU fordert daher von der Landesregierung einen schnelleren Ausbau des Breitband-Internets. Telekom

SCHALKSMÜHLE -  Südwestfalen steht für innovative Technik, heimische Unternehmen sind in vielen Bereichen Marktführer. Doch so gut die Region wirtschaftlich da steht, so schlecht sieht die digitale Infrastruktur vor Ort aus. Eine schnelle Internetverbindung ist vielerorts nicht verfügbar. Gerade die Volmegemeinde gilt laut Bundesatlas als Problemregion. Schalksmühler Unternehmen bestätigen die Problematik.

Oliver Hoffmeister, Geschäftsführer von Hoffmeister Leuchten, sieht das Land NRW und die Bundesnetzagentur in der Pflicht. „Die gesamte Region Südwestfalen ist, was den Breitband-Ausbau angeht, unterprivilegiert. Und da die hiesigen Unternehmen stark untereinander vernetzt sind, bringt es auch nichts, nur ortsweise bessere Leitungen zu legen. Denn dann haben wir auf der anderen Seite trotzdem wieder einen langsamen Anschluss, der Probleme macht.“

Im Gewerbegebiet Ramsloh sei zwar ein Glasfaserkabel des Anbieters Dokom verlegt, was eine Verbindung von bis zu 100 MBit möglich mache. „Doch ein Übergabepunkt zwischen Dokom und der Telekom verhindert diese Tempo und damit ist wiederum nur eine geringere Geschwindigkeit möglich“, erklärt Hoffmeister. Das habe zur Folge, dass zu Spitzenzeiten wie zum Beispiel morgens das bloße Abrufen der E-Mails bis zu einer Viertelstunde dauere. „Das ist nicht nur nervig, sondern auch nachteilig für das Geschäft. Daher brauchen wir dringend einen flächendeckenden Breitbandausbau“, sagt Hoffmeister.

Internetverbindung lähmt Vorgänge

Auch Peter Lux, Geschäftsführer des Schalksmühler Unternehmens Manz Stanz- und Umformtechnik, sieht Probleme im täglichen Geschäft. Sein Unternehmen regelt 90 Prozent der Aufträge über das Internet – ein riesiges Datenaufkommen. „Fast alles läuft heute über den elektronischen Datenverkehr und unsere langsame Internetverbindung lähmt die internen Vorgänge. Sie reicht bei Weitem nicht aus, um unserem großen Datenvolumen Herr zu werden. Zum Teil verschluckt sich das System bei E-Mails mit einem Anhang in Höhe von sechs bis zehn MB und wir müssen dann Kunden vertrösten. Das ist definitiv ein Wettbewerbsnachteil“, sagt Lux.

Er sieht auch die Gemeinde in der Pflicht, den Ausbau des Breitband-Internets voranzutreiben. Es könne schließlich nicht sein, dass 800 Meter Luftlinie weiter im Gewerbegebiet Heedfeld schnelle Verbindungen vorhanden sind, „und in den älteren Gebieten herrschen Zustände wie vor 15 Jahren“. Das sei alles andere als zeitgemäß. „Wir zahlen schließlich die Gewerbesteuer auch dafür, dass eine gute Infrastruktur für uns geschaffen wird“, sagt Lux.

Das Unternehmen Albrecht Jung hat weniger das Problem der breitbandigen Internetanbindung, sondern eher mit der redundanten. „Mit einem 34 MBit-Glasfaser-Anschluss und weiteren breitbandigen Kupferanschlüssen sind wir hier im Volmetal recht gut versorgt, zumal der Glasfaseranschluss nach oben noch Möglichkeiten bietet“, sagt Björn Lange, Leiter der IT bei Jung. Viel problematischer sei für das Unternehmen aber die Tatsache, dass man auf Grund der Topografie des Tales nur mit einem Hauseingang aus einer Richtung versorgt werden könne. „Sollte es da zu einem längeren Ausfall kommen, hätte das extreme Auswirkungen auf unsere Geschäftsprozesse.“

Alternative Anbindungen, beispielsweise aus einer anderen Richtung, per Richtfunk oder LTE (Mobilfunk), die einen Ausfall auf der Strecke zum Provider kompensieren könnten, könne nach den Erfahrungen des Unternehmens mit verschiedenen Anbietern in den vergangenen Monaten niemand anbieten. „Aus diesem Grund sehen wir die Lage im Volmetal durchaus als Standortnachteil. Eine Initiative zum Ausbau der Internetverfügbarkeit würden wir daher durchaus begrüßen. Allerdings sollte der Fokus dabei nicht ausschließlich auf die reine Geschwindigkeit gelegt werden“, sagt Lange.

Breitband-Ausbau ist Ziel der Gemeinde

Bürgermeister Jörg Schönenberg bestätigt, dass die Breitbandversorgung im Gemeindegebiet verbesserungswürdig ist. „Wir sind seit längerer Zeit in Gesprächen mit verschiedenen Telekommunikationsanbietern was die Versorgung im gewerblichen und privaten Bereich angeht. Und die Zielsetzung ist, den Breitbandausbau voranzubringen.“

Einige Firmen hätten eigene Lösungen zur Versorgung gefunden, in anderen Fällen habe die Gemeinde durch die Verlegung von Leerrohren dafür gesorgt, dass Glasfaserkabel verlegt werden können und führe weiter Gespräche.

Generell seien die Gegebenheiten in Schalksmühle auch anders als in größeren Städten, da es eine Flächengemeinde sei und daher ein einheitlicher Ausbau nicht überall möglich sei, da der sich auch für Telekommunikationsanbieter rechnen müsse.

Von Alisa Kannapin

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