Schalksmühler Randalierer weiter vor Gericht

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Der 54-Jährige von Linscheider Berg stand erneut vor Gericht.

Schalksmühle - Ein 54-jähriger Mann vom Linscheider Berg steht derzeit vor dem Amtsgericht Lüdenscheid. Ihm werden gleich eine ganze Reihe von Vergehen vorgeworfen.

„Komplett in die Eisen“ ging ein Zug der Volmetalbahn am 25. November 2016 kurz vor dem Bahnhof Dahlerbrück: Wegen einer Kurve konnte der Zugführer den auf den Gleisen sitzenden 54-jährigen Mann zunächst nicht sehen, kam aber noch rechtzeitig zum Stehen. „Zwei Personen bemühten sich, den Angeklagten von den Gleisen zu befördern“ erinnerte sich der Lokführer an den Zwischenfall und merkwürdige Begleitumstände: „Ich kenne ihn nur mit heruntergelassener Hose.“ Glücklicherweise sei kein Passagier bei der Vollbremsung zu Schaden gekommen, aber die Rettungsmaßnahme an den Gleisen sei gefährlich gewesen: „Das war sehr mutig. Sie haben mit dem Leben gespielt.“ 

Eine der beiden, eine 17-jährige Auszubildende, erinnerte sich an das Gespräch mit dem Angeklagten. Er habe ihr erzählt, seine Frau und seine Kinder hätten ihn verlassen. „Das kann passieren, aber das ist ja auch keine Lösung, sich jetzt das Leben zu nehmen“, habe sie ihm erklärt. 

Statt Dankbarkeit für die Rettungsaktion erntete die junge Frau einen Faustschlag, der wehtat. Die Staatsanwältin dankte ihr für die Zivilcourage und mahnte für den unwahrscheinlichen Fall der Wiederholung einer solchen Szene: „Sprechen Sie mit ihm, aber gehen Sie bitte nicht mehr auf die Schienen!“ 

Wegen Randale weggezogen

Die Mutter der jungen Zeugin berichtete, dass die Familie auch wegen der ständigen Randale am Linscheider Berg von dort weggezogen war. Man kannte den Angeklagten offenbar auch in der weiteren Umgebung. 

Aus seiner unmittelbaren Nachbarschaft weggezogen war eine 56-jährige Zeugin, die nach nur drei Monaten nach Hagen umzog. Ihre Erinnerungen gingen weit über das hinaus, was die 21 Anklagen versammeln: Ein Ziegelstein in der Windschutzscheibe, plattgestochene Reifen, zugesprühte Autofenster, abgeschraubte Antennen – 3000 Euro Gesamtschaden am Auto, das sie nach Möglichkeit weit weg geparkt habe. 

Nachbarin in ständiger Angst 

„Du kannst dich verstecken, wo du willst – ich finde dein Auto“, habe ihr der Angeklagte gesagt. Wegen der ständigen nächtlichen Randale schlief die Zeugin nur noch angezogen auf der Couch: „Ich wusste nicht, ob nicht etwas durch das Fenster geflogen kommt.“ Seit jener Zeit sei sie in psychotherapeutischer Behandlung und müsse Antidepressiva einnehmen. Die Zeugin bestätigte auch, dass der 54-Jährige sich wiederholt selbst verletzt habe und mit blutenden Wunden herumgelaufen sei. Auf die Frage, ob der ständig alkoholisierte Nachbar Herr seiner Sinne gewesen sei, hatte sie eine klare Antwort: „Nein!“

Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt.

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