Weihnachtstüten öffnen Herzen

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Schalksmühle - Weihnachten ist das Fest der Liebe, aber vor allem ein Tag der Familie und Gemeinschaft. Vielen ist jedoch gar nicht bewusst, wie viele Menschen an Heiligabend alleine sind – weder Essen noch Geschenke haben und an ganz andere Dinge denken. Doch auch diese Menschen sollen dieses Jahr nicht allein gelassen werden.

Peter Osterkamp hat vor 33 Jahren die Weihnachtstüten-Aktion ins Leben gerufen, bei der an Heiligabend Menschen besucht und beschenkt werden, die an der Armutsgrenze leben und zum Teil wohnungslos sind. „Keiner kann sich vorstellen, was wir Heiligabend schon alles erlebt haben“, sagt Peter Osterkamp. 

Die Erlebnisse reichen von purem Glück bis hin zu Schicksalen, die ihn auch nach zig Jahren noch berühren. So habe er teilweise schon Menschen besucht, die sich an diesem Tag umbringen wollten und mit dem Leben abgeschlossen hatten. 

140 Familien und Alleinstehende

Doch der Besuch der zehn ehrenamtlichen Fahrer öffne die Herzen der Menschen und schenke ihnen Glück und Hoffnung. Auch in diesem Jahr werden rund 140 Familien und Alleinstehende beschenkt, die zum Teil schon viele Jahre besucht werden. 

Dafür beginnen die zehn freiwilligen Helfer um 18 Uhr ihre Tour durch Schalksmühle und Lüdenscheid. „Die Kontakte zu den Bedürftigen werden uns von verschiedenen Personen übermittelt.“ Jede Familie bekommt eine gepackte Tasche voller „Überlebensmittel“. Darin enthalten sind Lebensmittel, die sofort gekocht werden können, haltbare Lebensmittel und auch Süßigkeiten. Für Kinder gibt es zudem eine extra Tasche mit Spielsachen. Gefüllt sind die Taschen mit Spenden oder mit Spendengeldern finanziertem Spielzeug. 

Spenden lagern im Seniorenpark 

Gelagert werden die mehr als 100 Stoffbeutel im familienbetriebenen Seniorenpark Reeswinkel. Vor acht Jahren hat Familie Mischnick die Schirmherrschaft übernommen, und bietet seitdem ihre Räumlichkeiten zum Lagern und Kühlen der Lebensmittel an. „Wir sind sehr dankbar, dass wir hier ein Zuhause für die Aktion gefunden haben“, sagt Osterkamp. 

Im Anschluss an die Fahrten gibt es zudem ein gemeinsames Essen in der Einrichtung des Familienbetriebs am Reeswinkel. „Uns ist es sehr wichtig, dass wir die Helfer im Gebet verabschieden“, sagt Andreas Mischnick. „Denn wir wollen an diesem Tag widerspiegeln, was wir auch in unserer Einrichtung leben und zeigen– nämlich, dass Weihnachten eine besondere Zeit ist.“ Alle sind sich einig, dass an diesem Abend keiner alleine sein oder sich alleine fühlen sollte. In diesem Jahr kam erstmals die Bitte auf, auch Senioren zu besuchen, die alleinstehend sind. 

Spenden noch möglich

Finanzielle Spenden oder auch Lebensmittel – bis auf Alkohol und frisches Obst – können im Seniorenpark Reeswinkel, am Hagen 2, abgegeben werden. Eine Spendenquittung gebe es zwar nicht, „aber jeder kann sich sicher sein, dass die Sachen bei den Richtigen ankommen“, versichert Peter Osterkamp.

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