Schnelltests

Corona: Jahnsportplatz als Testzentrum? 

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Der Jahnsportplatz als Testzentrum: Bürgermeister Jörg Schönenberg setzt auf eine dezentrale Lösung bei den Schnelltests und hat dem Kreis die ungenutzte Sportanlage inklusive der Holzhütten an der Bergstraße vorgeschlagen.

Seit Montag soll es auf Grundlage der Neufassung der Coronavirus-Testverordnung möglich sein, sich unter anderem in Apotheken, in privaten Testzentren, bei Ärzten und bei anderen Leistungsanbieter mindestens einmal pro Woche auf das Coronavirus testen zu lassen. So möchten es zumindest Bund und Länder.

Schalksmühle - Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann arbeite man mit den Kommunen daran, die ortsnahe Teststruktur dem absehbar steigenden Bedarf anzupassen. Obwohl der offizielle Startschuss für die Selbsttestung gegeben wurde, bleiben aber viele Fragen unbeantwortet. Das hat auch Dr. Margret Lehmkühler aus Schalksmühle feststellen müssen. „Ich möchte nicht über Herrn Spahns Arbeit meckern. Aber diese Aktion ist von der Kommunikation sehr unglücklich. Für uns ist es ein hoher zeitlicher Aufwand für nichts“, sagt die Allgemeinmedizinerin, die bereits zahlreiche Testanfragen in ihrer Praxis an der Mühlenstraße 4 ablehnen musste.

Der Grund: Auch am Dienstagvormittag habe es noch keine Informationen zu dem Thema von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gegeben. „Alles was ich weiß, habe ich der Presse entnommen.“ Ähnlich sei dies übrigens auch beim Thema Impfen in Hausarztpraxen, das ab dem 1. April möglich sein sollen.

Logistik der Schnelltests

Wie sieht es mit der Lieferung der Schnelltests zu den lokalen Anbietern und dem Deponieren des Materials vor Ort aus? Läuft die Logistik über die Gemeinde oder die Apotheken? Wie wird ein Test abgerechnet, über die Praxen oder die KV? Diese und weitere wichtige Details seien derzeit noch nicht geklärt, betont Margret Lehmkühler. „Ich habe mir im Vorfeld bereits viele Gedanken gemacht. So könnte man, um zu kontrollieren, dass jeder nur einmal pro Woche zum testen kommt, ähnlich wie bei der Vergabe der FFP2-Masken Gutscheine von der Gemeinde verschicken“, sagt die Ärztin. Zumindest Anhaltspunkte, mit welchen Tests die Ärztin eventuell in den kommenden Tagen arbeiten wird, erhält sie aus einer eigenen Recherche beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Dieses hat auf seiner Internetseite unter dem Link https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html eine Liste mit zertifizierten Tests, denen es die ersten Sonderzulassungen nach dem Mednizinproduktegesetz (MPG) von Antigen-Tests zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttests) zum Nachweis von SARS-CoV-2 erteilt hat, hochgeladen.

Neben den Impfungen werden die regelmäßigen Schnelltests für die Hausärzte zu einer Herausforderung. Ob sie es alleine leisten können, stelle ich infrage.

Jörg Schönenberg, Bürgermeister

„Nur Tests aus dieser Liste dürfen wir Ärzte verwenden“, betont Margret Lehmkühler und weist darauf hin, dass auch der Test, der bei Aldi angeboten wird, dort aufgeführt ist. „Ich gehe davon aus, dass wir keine Ramschtests bekommen, sondern mit qualitativ hochwertigem Material die Testungen durchführen werden.“

Die Allgemeinmedizinerin hofft, schnell die offenen Fragen klären zu können. Dazu setzt sie auf die Zusammenarbeit mit der Gemeinde. „Wir haben einen echt guten Draht zu Bürgermeister Jörg Schönenberg.“ Der Verwaltungschef sieht wie die Ärztin noch viele Fragezeichen: „Neben den Impfungen werden die regelmäßigen Schnelltests für die Hausärzte zu einer Herausforderung. Ob sie es alleine leisten können, stelle ich infrage. Wir müssen in Schalksmühle Angebote schaffen und Personen finden, die mithelfen.“

Gespräch mit DRK-Ortsverein

Nach einer Videokonferenz mit Landrat Marco Voge und anderen Bürgermeistern aus dem Kreis habe er bereits zahlreiche Gespräche geführt, erklärt Jörg Schönenberg. Neben anderen Optionen habe er auch den Kontakt zum DRK-Ortsverein gesucht. Da man aber keine weiteren großen Hilfsorganisationen vor Ort habe und die Rotkreuzler in Schalksmühle nur ehrenamtlich organisiert seien, müsse man sehen, ob das ausreiche.

Zum jetzigen Zeitpunkt könne er nichts Abschließendes sagen. „Das braucht alles seine Zeit. Ich gehe von eineinhalb Wochen Vorlauf aus.“ Zwar sei man im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt, das für die gesamte Sache verantwortlich ist. Aber ob alles klappt, entscheide sich vor Ort. Wirklich Sinn würden die Tests erst dann machen, wenn man Testzentren hat. „Hierfür zeichnet sich für mich eine dezentrale Lösung ab. Rund um den Ortskern gibt es dafür Möglichkeiten. Ich habe auch den Jahnsportplatz beim Kreis in die Waagschale geworfen.“

Ich möchte nicht über Herrn Spahns Arbeit meckern. Aber diese Aktion ist von der Kommunikation sehr unglücklich.

Dr. Margret Lehmkühler, Allgemeinmedizinerin

Am kommenden Freitag werde es ein weiteres Gespräch mit dem Landrat geben. Dabei sollen weitere Fragen geklärt werden, unter anderem auch, wie man die vielen Schüler der Primusschule regelmäßig testen kann.

Auch Punkte wie etwa die Beschaffung und die weitere Logistik des Testmaterials in den Kommunen müssten besprochen werden. Zwar hat der Märkische Kreis Tests angeschafft, doch diese seien für die Impfzentren bestimmt, sagt Jörg Schönenberg. Es mache in seinen Augen derzeit keinen Sinn, Tests für Schalksmühle zu kaufen, wenn man nicht weiß, wann und wo sie schließlich eingesetzt werden können.

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