800.000 Euro Investitionskosten

Wasserski auf der Glör: Investor stellt Pläne vor

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Spritzt auch bald auf der Glörtalsperre das Wasser durch Skifahrer und Wakeboarder auf? Investor Ralf Kramer stellte am Mittwoch seine Pläne für eine Wasserskianlage in Ennepetal vor.

Schalksmühle/Ennepetal - Sein ambitioniertes, ehrgeiziges Projekt – eine Wasserskianlage an der Glörtalsperre – stellte Investor Ralf Kramer (27) aus Ennepetal, bei seinem Vorhaben tatkräftig von Physiotherapeut Arkadius Wilczek aus Gevelsberg unterstützt, am Mittwoch im Haus Ennepetal vor.

Ob und wann die Anlage entsteht, ist derzeit allerdings völlig offen. „Es ist vollkommen utopisch, dass die Wasserskianlage Mitte dieses Jahres kommt“, sagte Kramer. Zudem stehe auch noch in den Sternen, ob die Anlage 2017 gebaut werde. Eingeladen zu einer ersten Informationsveranstaltung, die in eine kontrovers geführte Diskussion mündete, hatte die örtliche SPD.

Erfreut und überrascht über die große Resonanz zeigte sich Anita Schöneberg, Stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Ennepetal. Das Projekt brauche breite Zustimmung, um es zu realisieren, erklärte sie.

Als Vertreter der Gemeinde Schalksmühle nahm Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter technisches Bauamt, an der Infoveranstaltung teil. Auch privat nutzten Schalksmühler die Gelegenheit, Näheres über die geplante Anlage, die im Bereich der Jugendherberge entstehen soll, zu erfahren. Breckerfelder zählten ebenso zu den Gästen.

Strandbaderweiterung geplant

Als Gesamtkosten veranschlagt Investor Ralf Kramer, der selbst mit fünf Jahren mit dem Wasserskifahren begann und mit zwölf Jahren erstmals an Jugend-Europameisterschaften teilnahm, 800.000 Euro für sein Projekt – 300.000 Euro für die Anlage selbst und weitere 500.000 Euro für die Erschließung des Areals mit Gastronomie, sanitären Anlagen und Strandbaderweiterung. Gespräche mit den verantwortlichen Stellen – voran der Freizeitgesellschaft Glörtalsperre – stehen allerdings noch aus.

Investor Ralf Kramer (von links), Dr. Petra Kappe (Breckerfeld), Anita Schöneberg (stellvertretende Bürgermeisterin in Ennepetal) und Physiotherapeut Arkadius Wilczek stellten das Projekt vor.

Auf Punkte wie Freizeiterweiterung Glör, Zielgruppen, Vereinsgründung und Auswirkungen einer Wasserskianlage auf die Wasserqualität, Flora und Fauna ging der Ennepetaler bei seiner Präsentation ein. Die Anlage „Made in Germany“ solle sich in das Landschaftsbild der Glörtalsperre einfügen, erklärte er. Angedacht seien ferner Gastronomie mit Sonnenterrasse und eine frei zugängliche Strandbaderweiterung mit Sonnenliegen, Sonnenschirmen, eventuell Wassertrampolin und Beach-Volleyball.

Wasserqualität soll sich erhöhen

Sehr breit fasste er die Zielgruppen des möglichen Angebots – von Kindern bis zu Gruppen mit Handicap. Wasserski und Wakeboarding sei ein guter Gesundheitssport und biete ein umweltfreundliches Outdoor-Erlebnis. Die anvisierte Gründung eines Wasserskivereins sprach Kramer an. Ebenso die Steigerung der Wasserqualität durch erhöhte Sauerstoffzufuhr, die durch das ständige Aufspritzen des Wassers in der Talsperre erreicht wird.

Ergänzend stellte der Osteopath und Physiotherapeut Arkadius Wilczek die von ihm entwickelte PhoB-Therapie (Physiotherapie on Board), die sich das Wakeboarding zu Nutze macht, vor. PhoB sei anwendbar für Patienten mit Angstzuständen, ADHS-Symptomen oder selbst nach Schlaganfällen, so der Therapeut, der selbst Wakeboarder ist und mit Patienten momentan weite Anfahrtswege zu Wasserskianlagen in Kauf nimmt. Deshalb sei ihm viel daran gelegen, dass eine Anlage in der Nähe entstehe. „Man kann auf Brettern auch mit Schwerbehinderten arbeiten.“

Teils sehr skeptisches Publikum

Fragen aus Reihen des teils sehr skeptischen Publikums zielten auf eine mögliche Kollision mit anderen Vereinen, die die Glör nutzten, die Infrastruktur, Überschneidungen mit dem Hundestrand, das Investitionsvolumen und die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Von derzeit 80 Anlagen in Deutschland seien alle solvent, so Ralf Kramer.

„Die Idee steht, die Leidenschaft ist da und es wird weitere Infoveranstaltungen geben“, so Anita Schöneberg bei ihrem Schlusswort.

Hier Bilder von der Wasserskianlage in Kiefersfelden

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