Aus für Wasserski-Anlage auf der Glörtalsperre

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So ruhig wie auf diesem Foto soll es auf und an der Glörtalsperre auch zukünftig bleiben. Die Pläne für den Bau einer Wasserski-Anlage werden wohl nie realisiert.

Schalksmühle - Bevor die Pläne für eine touristische Aufwertung der Glörtalsperre mit dem Bau einer Wasserskianlage und dem Ausbau des Strandbades sowie der Gastronomie durch den Ennepetaler Investor Ralf Kramer richtig konkret wurden, steht das Großprojekt bereits vor dem Aus.

Das ist das Ergebnis einer Gesellschafterversammlung der Freizeitgesellschaft Glörtalsperre und wurde auch von Kramer auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt.

Hans-Ulrich Wehmann, Geschäftsführer der Freizeitgesellschaft, stellte die Pläne während einer Sitzung Ende vergangener Woche vor. „Die Haltung der Gesellschafter war dem Projekt gegenüber eher ablehnend. Eine Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen, die Sitzungsteilnehmer waren sich allerdings einig, dass eine Wasserskianlage in der geplanten Form nicht das Richtige für die Glörtalsperre ist“, sagte Barbara Klask, Pressesprecherin des Regionalverbandes Ruhr, dem die Freizeitgesellschaft Glörtalsperre unterstellt ist, auf Anfrage unserer Redaktion.

"Das Projekt liegt auf Eis"

Nachdem sich zuvor bereits aus den politischen Gremien in Breckerfeld – die Wasserskianlage sollte im Talsperrenbereich vor der Jugendherberge in Breckerfeld entstehen – Widerstand angedeutet hatte, zieht der Investor daraus die Konsequenzen: „Das Projekt an der Glörtalsperre liegt auf Eis. Wir halten aber weiter an unserem Vorhaben fest, in der Region eine Wasserskianlage errichten zu wollen, schauen uns jetzt nach alternativen Flächen um und warten dabei ab, wo wir vielleicht mehr Zuspruch bekommen.“

Dass es schwierig werden könnte, eine Wasserskianlage auf der Glör zu realisieren, sei Kramer von Beginn an klar gewesen, schließlich kollidiere dies mit der Ausrichtung der Freizeitgesellschaft, die Talsperre touristisch nur langsam zu entwickeln. „Zudem gibt es in der Gesellschaft insgesamt sieben verschiedene Parteien, die alle unter einen Hut zu bekommen, wäre sicherlich problematisch geworden“, so Kramer.

Gespräche mit Regionalverband sollen andauern

In Gesprächen mit dem Regionalverband, der bereits Wasserskianlagen in Gewässern in Duisburg, Hamm und Xanten ermöglicht hat, möchte der Ennepetaler weiterhin bleiben. „Die Verantwortlichen haben in diesem Bereich schon Erfahrungen, vielleicht ergibt sich ja auch für uns zukünftig die Möglichkeit, an einem See oder einer Talsperre unser Projekt zu verwirklichen“, sagt Kramer.

Der 26-Jährige hatte für die Glörtalsperre eine Seilzuganlage vorgesehen, die von einem geräuscharmen, schadstofffreien Elektromotor betrieben werden sollte. 300 000 Euro wollte Kramer in die Wasserskianlage investieren, weitere 500 000 Euro für die Erschließung des Areals mit Gastronomie, sanitären Anlagen, Strandbaderweiterung, Wasser-Trampolin und Beachvolleyball-Anlage ausgeben. Ab Sommer 2017 sollten die Wasserskifahrer über die Glör und den bis zu 1000 Meter langen Parcours flitzen.

Daraus wird nun nichts mehr. Nach dem ablehnenden Votum der Freizeitgesellschaft bleibt die Talsperre dem sanften Tourismus vorbehalten.

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Wasserski auf der Glör: Investor stellt Pläne vor

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